Donnerstag, 12. November 2009
Es weihnachtet einfach nicht!
Disney´s eine Weihnachtsgeschichte

Kann man einer Geschichte, die schon 100 Mal erzählt worden ist, irgendwie etwas Neues abgewinnen?! Wenn man sich die besten Mitstreiter „Muppets Weihnachtsgeschichte“ oder „Die Geister, die ich rief“ als Beispiel anschaut, weiß man, dass mit einem eigenen Charme viel möglich ist. Robert Zemeckis schafft dies mit seiner Version leider keineswegs!

Der Film beginnt mit einigen tollen Effekten, für die das 3D Kino gemacht zu sein scheint. Der digitalisierte Jim Carrey als Scrooge macht seine Sache wirklich gut und trotz der Verfremdung merkt man nicht selten, dass Jim Carrey für die Mimik verantwortlich gewesen ist. Technisch ist alles perfekt umgesetzt. Zu perfekt, um ehrlich zu sein. Ein Film in der Weihnachtszeit muss eine gewisse Gemütlichkeit in den Kinosaal bringen. Stattdessen wird man mit perfekten und daher absolut sterilen Bildern bombardiert, kombiniert mit gefühlten 136 Kamerafahrten durch die Stadt, durch einen Wald oder durch sein Haus. Als Demofilm für die 3D-Technik also bestens geeignet, nervt diese Präsentation bereits nach der dritten Runde. Da sind aber erst knapp 25% des Films vorbei. Diese Machart gipfelt in einer fünfminütigen Verfolgungsjagd des Todesritters, die völlig substanzlos ist und man nur fragend den Kopf schütteln kann.

Wenn man einen Weihnachtsfilm aus dem Hause Disney sieht, erwartet man normalerweise Kitsch, Kitsch und noch mal Kitsch. Daher ist es eigentlich sehr wohltuend, dass auf grelle Bonbonfarben verzichtet wird. Dennoch stört es massiv, dass statt Kitsch eine Art Weihnachtshorrorfilm entstanden ist, der für alle Kinder unter 12 Jahren viel zu verstörend ist (Natürlich hat der Film eine FSK von 12 Jahren – jedoch ist es bei dieser Altersbegrenzung in Begleitung einer Erziehungsberechtigten erlaubt Kinder ab sechs Jahren mit ins Kino zu nehmen! Hiervon wird dringend abgeraten). Die düstere Realität trägt letztlich auch Schuld daran, dass keinerlei Charme entsteht und keine Weihnachtsstimmung entstehen kann. Für einen Weihnachtsfilm ein vernichtendes Urteil.

Wer also auf eine unweihnachtliche Achterbahnfahrt im Computerspiel-Look steht, sollte den Film aufgrund der 3D Technik und der ordentlichen Schauspielleistung unbedingt sehen. Für Freunde der Geschichte bleibt der Film unnötig wie ein Kropf, da die Geschichte völlig unaufregend erzählt wird. Da werf ich doch lieber noch mal die Muppets rein!

5/10 Punkte (Dank Jim Carrey und einigen aufregenden Bildern)

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