Samstag, 28. November 2009
Konsequent fragwürdig!
Gesetz der Rache

Was könnte einen liebenden Familienvater mehr aus der Fassung bringen als ein Eindringen in die heile Welt der Familie?! Die Reaktion auf dieses Eindringen, auf die Aktion, ist das Grundprinzip des gemeinen Rachethrillers, wie ihn die Welt schon einige Male zu Gesicht bekommen hat. Selten kann die Selbstjustiz in ein kritisches Licht gebracht werden. Hier wird es gegen Ende versucht, jedoch mit völlig falschen Mitteln.

Die Machart ist in diesem Fall zwar spannend und flott inszeniert – bis auf eine wirklich überraschende Szene (Die Richterin…) wird jede Möglichkeit auf Hochspannung und Überraschung im Keim erstickt, da sie durch Musik- oder Bildkomposition grundsätzlich angekündigt wird. Das Horrorgenre mag so den Spannungsbogen ausreizen; in einem Rachethriller funktioniert das nur bedingt, wenn man weiß, dass JETZT jemand stirbt.

Das wirklich Ärgerliche an dem Film ist jedoch die Botschaft. Anfangs kritisiert die Hauptfigur (Von Gerald Butler charismatisch dargestellt) das System mit Worten, seine Taten gegen Mörder und Verbrecher werden als irgendwie gerechtfertigt und verständlich, gar gerecht dargestellt. Der Film ändert seine Grundstimmung erst in dem Moment, als Mitglieder des Staates zu Schaden kommen – also eigentlich die Leute, die offenbar für Fehler im gesetzlichen System verantwortlich sind. Gerald Butler wird also erst zum stilisierten Feind, als der eigentliche Gegner (Gesetz/Staat/Staatsanwalt/Handlungen des Staatsanwaltes) direkt angegriffen wird. Irgendwie ein verwunderlicher Verlauf. Das Fragezeichen bzgl. der Konsequenz des Drehbuches wächst aber in dem Moment an, als dem Staat (verkörpert in Form des Staatsanwaltes -->; Jamie Foxx) nichts besseres einfällt als den Feind mit seinen eigenen Mitteln zu besiegen, die vorher minutenlang verurteilt wurden??!! Ebenso ist die Auflösung recht unbefriedigend und birgt unzählige Fragen auf, die unbeantwortet bleiben. Der Zuschauer möchte nun mal wissen, wie jemand alles soooo geschickt eingefädelt hat. Da reicht nicht das Aufzeigen des Weges – in einem so geradlinig erzählten Film muss die Art und Weise die Antwort sein. Denn darauf wird man den Film lang vorbereitet.

Einige mögen vielleicht der Spannung wegen auf den Rest an Logik und Konsequenzen in einem Film verzichten – ich aber nicht! So bleibt ein spannender Film, der trotz aller Schnitte und hübsch dreckigen Bildern nicht mehr zu bieten hat als alle anderen durchschnittlichen Rachethriller. Da sollte sich doch mal jemand an den Drehbuchautoren rächen. Wäre auch mal eine Idee für einen Film.

5/10

... link (0 Kommentare)   ... comment