... newer stories
Dienstag, 1. Dezember 2009
Farblos in die Vergangenheit
dopo, 01:39h
Das weiße Band
Eine wirklich bunte Kinowoche steht bevor. Ob der Nachfolger der „Keinohrhasen“, ein Film über eine depressive Musikerin („HELEN“) oder der von mir heiß erwartete neue Disney Film „Küss den Frosch“ – diese Filme warten diese Woche noch auf mich. Heute dagegen fand ich eine mutige Mitstreiterin, um Deutschlands Oscar Beitrag 2010 „Das weiße Band“ zu begutachten, der sich mit der Frage beschäftigt, wie in Deutschland im dritten Reich eigentlich so viel Hass entstehen konnte, ohne dabei Bezug auf den zweiten Weltkrieg zu nehmen. An dieser absolut abwechslungsreichen Kinowoche erkennt man auf einen Blick wie vielfältig Kino sein kann. Von Unterhaltung zu Aufklärung einer Krankheit in ein kindgerechtes Märchen hinein. Ein wichtiges Attribut wurde offenbar vergessen: Verstörtheit, Einsamkeit und Verwirrung.
Ein Film im 21. Jahrhundert wird grundsätzlich in Farbe gedreht und eben nicht wie hier in schwarz/weiß. Hier ist schnell klar: Auch die Machart soll schon eine gewisse Aussage beinhalten. „Das weiße Band“ also wird den Kindern in ihr Haar oder um den Arm gebunden, um sie immer wieder an ihre Unschuld zu erinnern, die sie (wie sich im Film immer wieder zeigt) offenbar schon längst verloren haben. Im Film wird das Leben in einem fiktiven Dorf, in dem Disziplin und Anstand das höchste Gut sind, bis ins kleinste Detail seziert. Dadurch entstehen zahlreiche Fragen, die im Prinzip allesamt unbeantwortet bleiben. Das sorgt nicht nur für einen rauchenden Kopf, sonder stört den Erzählfluss ungemein, da man während des Films kaum den Sinn des Gezeigten entschlüsseln kann. Endlose wirkende Kameraeinstellungen, die den Zuschauer in die Beobachterperspektive stürzen, sind absolut gegen die Gewohnheiten des Auges inszeniert. Man fühlt sich hilflos und alleine gelassen – was passiert dort auf der Leinwand? Und niemand kommt und hilft mir beim Entschlüsseln – der Regisseur schon mal gar nicht und zwar mit Absicht.
Grundsätzlich lässt sich der Film unmöglich in ein paar Sätze zusammenfassen, da ich weder einen roten Faden erkennen konnte noch wirklich Zugang zum Film erhalten habe. 144 Minuten später stehe ich kopfschüttelnd auf und frage mich, was ich genau da zu Gesicht bekommen habe. Die Frage stelle ich mir nachwievor, was mir zeigt, dass mich der Film schon berührt hat. Ich versuche die Intention zu verstehen und Szenen zu interpretieren, aber es bleibt einfach nur eine Verstörtheit zurück, die ich so selten im Kino erlebt habe. Diese Tatsache macht es für mich unmöglich eine Wertung abzugeben! Das ist mir so noch nie passiert und zeigt, warum ein so altes Medium wie Film immer noch für Überraschungen gut ist.
Eine wirklich bunte Kinowoche steht bevor. Ob der Nachfolger der „Keinohrhasen“, ein Film über eine depressive Musikerin („HELEN“) oder der von mir heiß erwartete neue Disney Film „Küss den Frosch“ – diese Filme warten diese Woche noch auf mich. Heute dagegen fand ich eine mutige Mitstreiterin, um Deutschlands Oscar Beitrag 2010 „Das weiße Band“ zu begutachten, der sich mit der Frage beschäftigt, wie in Deutschland im dritten Reich eigentlich so viel Hass entstehen konnte, ohne dabei Bezug auf den zweiten Weltkrieg zu nehmen. An dieser absolut abwechslungsreichen Kinowoche erkennt man auf einen Blick wie vielfältig Kino sein kann. Von Unterhaltung zu Aufklärung einer Krankheit in ein kindgerechtes Märchen hinein. Ein wichtiges Attribut wurde offenbar vergessen: Verstörtheit, Einsamkeit und Verwirrung.
Ein Film im 21. Jahrhundert wird grundsätzlich in Farbe gedreht und eben nicht wie hier in schwarz/weiß. Hier ist schnell klar: Auch die Machart soll schon eine gewisse Aussage beinhalten. „Das weiße Band“ also wird den Kindern in ihr Haar oder um den Arm gebunden, um sie immer wieder an ihre Unschuld zu erinnern, die sie (wie sich im Film immer wieder zeigt) offenbar schon längst verloren haben. Im Film wird das Leben in einem fiktiven Dorf, in dem Disziplin und Anstand das höchste Gut sind, bis ins kleinste Detail seziert. Dadurch entstehen zahlreiche Fragen, die im Prinzip allesamt unbeantwortet bleiben. Das sorgt nicht nur für einen rauchenden Kopf, sonder stört den Erzählfluss ungemein, da man während des Films kaum den Sinn des Gezeigten entschlüsseln kann. Endlose wirkende Kameraeinstellungen, die den Zuschauer in die Beobachterperspektive stürzen, sind absolut gegen die Gewohnheiten des Auges inszeniert. Man fühlt sich hilflos und alleine gelassen – was passiert dort auf der Leinwand? Und niemand kommt und hilft mir beim Entschlüsseln – der Regisseur schon mal gar nicht und zwar mit Absicht.
Grundsätzlich lässt sich der Film unmöglich in ein paar Sätze zusammenfassen, da ich weder einen roten Faden erkennen konnte noch wirklich Zugang zum Film erhalten habe. 144 Minuten später stehe ich kopfschüttelnd auf und frage mich, was ich genau da zu Gesicht bekommen habe. Die Frage stelle ich mir nachwievor, was mir zeigt, dass mich der Film schon berührt hat. Ich versuche die Intention zu verstehen und Szenen zu interpretieren, aber es bleibt einfach nur eine Verstörtheit zurück, die ich so selten im Kino erlebt habe. Diese Tatsache macht es für mich unmöglich eine Wertung abzugeben! Das ist mir so noch nie passiert und zeigt, warum ein so altes Medium wie Film immer noch für Überraschungen gut ist.
... link (1 Kommentar) ... comment
... older stories