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Freitag, 4. Dezember 2009
Depressionen und seine Folgen
dopo, 18:03h
Helen
Die Krankheit „Depression“ ist nach den kürzlichen Ereignissen um Robert Enke wieder in aller Munde und passend zu diesem Thema gibt es jetzt auch einen Kinofilm namens „HELEN“. (Die Veröffentlichung des Films im November in Deutschland stand schon lange fest.) Ashley Judd verkörpert eine Musikprofessorin, die plötzlich, scheinbar grundlos den Lebenswillen verliert und depressiv wird.
Der Film zeigt die große Problematik, dass in diesem Fall nicht nur eine einzelne Person erkrankt, sondern die komplette Familie in ein düsteres Loch gezogen wird. Schließlich kann man körperliche Erkrankungen wenigstens halbwegs nachvollziehen. Bei der Depression ist die Sache für jeden Außenstehenden absolut nicht nachvollziehbar. Diese Art Außenstehender wird auch der Zuschauer, der dank exzellenter Kameraführung ein quasi Vertrauter von Helen wird. Man möchte förmlich in die Leinwand springen und Helen einmal durchschütteln, um ihr bewusst zu machen, dass sie sich sehr glücklich schätzen kann. Sie ist eine hübsche und intelligente Frau, die Rückhalt durch die eigene Familie bekommt. Aber auch wir können HELEN nicht verstehen und werden es auch den gesamten Film über nicht tun.
Der Film ist hochsensibel inszeniert und verzichtet bis auf eine unnötige Ausnahme absolut auf Ausreißer in ein überstilisiertes Drama. Das einzige Problem des Film liegt in der Krankheit selbst und der sehr realistischen Darstellung: Bei personenbezogenen Filmen ist es von großer Bedeutung eine Art Identifikation zu Hauptfigur aufzubauen. Aufgrund Helens´ verständnisloser Depression gelingt keine Identifikation, sodass einige Längen im Film entstehen und sich Momente störend wiederholen. Man erwartet ein Fortlaufen der Story. Stattdessen wird das Seelenleben einer Depressiven gezeigt. Der Film leidet an der nötigen Distanz, die der Zuschauer zur Figur hat. Er leidet sozusagen mit ihr – jedoch als Freund und nicht als Seelenverwandter.
Das Endergebnis kann sich jedoch mehr als sehen lassen. Ashley Judd spielt zum Niederknien und schnürte mir dadurch nicht nur einmal die Kehle zu. Hochsensibles Kino, welches aufgrund der ohnehin deprimierenden Dunkelheit der Jahreszeit für die Meisten zu intensiv sein wird.
7/10
Die Krankheit „Depression“ ist nach den kürzlichen Ereignissen um Robert Enke wieder in aller Munde und passend zu diesem Thema gibt es jetzt auch einen Kinofilm namens „HELEN“. (Die Veröffentlichung des Films im November in Deutschland stand schon lange fest.) Ashley Judd verkörpert eine Musikprofessorin, die plötzlich, scheinbar grundlos den Lebenswillen verliert und depressiv wird.
Der Film zeigt die große Problematik, dass in diesem Fall nicht nur eine einzelne Person erkrankt, sondern die komplette Familie in ein düsteres Loch gezogen wird. Schließlich kann man körperliche Erkrankungen wenigstens halbwegs nachvollziehen. Bei der Depression ist die Sache für jeden Außenstehenden absolut nicht nachvollziehbar. Diese Art Außenstehender wird auch der Zuschauer, der dank exzellenter Kameraführung ein quasi Vertrauter von Helen wird. Man möchte förmlich in die Leinwand springen und Helen einmal durchschütteln, um ihr bewusst zu machen, dass sie sich sehr glücklich schätzen kann. Sie ist eine hübsche und intelligente Frau, die Rückhalt durch die eigene Familie bekommt. Aber auch wir können HELEN nicht verstehen und werden es auch den gesamten Film über nicht tun.
Der Film ist hochsensibel inszeniert und verzichtet bis auf eine unnötige Ausnahme absolut auf Ausreißer in ein überstilisiertes Drama. Das einzige Problem des Film liegt in der Krankheit selbst und der sehr realistischen Darstellung: Bei personenbezogenen Filmen ist es von großer Bedeutung eine Art Identifikation zu Hauptfigur aufzubauen. Aufgrund Helens´ verständnisloser Depression gelingt keine Identifikation, sodass einige Längen im Film entstehen und sich Momente störend wiederholen. Man erwartet ein Fortlaufen der Story. Stattdessen wird das Seelenleben einer Depressiven gezeigt. Der Film leidet an der nötigen Distanz, die der Zuschauer zur Figur hat. Er leidet sozusagen mit ihr – jedoch als Freund und nicht als Seelenverwandter.
Das Endergebnis kann sich jedoch mehr als sehen lassen. Ashley Judd spielt zum Niederknien und schnürte mir dadurch nicht nur einmal die Kehle zu. Hochsensibles Kino, welches aufgrund der ohnehin deprimierenden Dunkelheit der Jahreszeit für die Meisten zu intensiv sein wird.
7/10
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