Samstag, 2. Januar 2010
It´s a FAKE
Fame

Bei Tanz- und Musikfilmen gibt es oft ein entscheidendes Manko, was den Filmen die Möglichkeit nimmt über den Durchschnitt hinaus zu kommen: Es gibt nur eine sehr dünne Story, die mit spektakulären Tanzszenen ausgefüllt wird. Diesem Risiko wollten die Macher von „Fame“ entkommen und haben sich dazu entschieden ganz einfach mal gar keine Geschichte, in die Handlung zu betten. Hier soll man sich einfach mal das bunte Treiben auf einer Schule für darbietende Kunst anschauen.

4 Jahre also dauert die Ausbildung, in der die Schüler und Schülerinnen offenbar gar nichts dazu lernen. Obwohl der Unterricht kontinuierlich gezeigt wird, lässt sich keinerlei Entwicklung erkennen. Das Traurigste an dieser Tatsache ist jedoch, dass es kaum stört. Denn jede einzelne Figur ist dem Zuschauer einfach völlig egal. JA, es interessiert nicht einmal, wenn jemand die Schule verlassen muss oder nicht gut genug für den beruflichen Erfolg ist. Die Figurenzeichnung bleibt nicht nur blass, sie ist nicht vorhanden und so rauschen ein paar Bilder auf Leinwand vorbei, die einfach nur lose aneinander gereiht werden. Hin und wieder wird versucht etwas Dramatik einzustreuen. Bei einem Beispiel hatte man jedoch vergessen zu erwähnen, dass der ausdruckslose Junge und das langweilige Mädchen ein Paar verkörpern. Also schnell ein Kuss, damit man die anstehende Krise sofort wieder umsetzen kann inkl. einem „Vier-Augen-Gespräch“ auf dem in diesem Fall deplatzierten Dach. Doch, doch, ernste Gespräche führe ich dort auch am liebsten.

Um annähernd einen stimmungsvollen Aufbau des Films zu gewährleisten, wird das jeweilige Jahr vorher eingeblendet. Aber ich brauche nicht erwähnen, dass auch dies dem Zuschauer egal ist. Hauptsache der Film ist schnellstmöglich vorbei. Dünne Stimmen, mittelmäßige Tanzszenen und blasse Figuren gibt es auch bei Popstars und anderen Castingformaten genug. Immerhin wird dort jedoch versucht eine stringente Handlung oder Emotionalisierung der Menschen aufzubauen. Fame bleibt ein daher FAKE, denn der Titelsong wird nicht einmal im Film performt.

3/10

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