Freitag, 22. Januar 2010
Same Same, but different
Das Kinojahr 2009 war ein Rekordjahr für den deutschen Film. Seit der Wiedervereinigung haben die Deutschen noch nie so häufig ein Ticket für deutsche Filme gelöst. Ich bin ebenso dabei den deutschen Anteil im Jahr 2010 weiter auf Rekordkurs zu halten und so ist dies bereits der vierte deutsche Film, den ich dieses Jahr im Kino schaue. Bislang war alles immer zu meiner Zufriedenheit, doch jede Glückssträhne hat ein Ende. Alles andere als überzeugen konnte der neue Film von Detlev Buck, der sich jetzt etwas befremdlich nur noch als BUCK präsentiert.

Der Film nimmt uns mit auf eine Reise nach Kambodscha – ein Land, was nicht wirklich oft auf der Leinwand gezeigt wird. Ohne falsche Fernwehromantik werden hier klar die Missstände aufgezeigt, die für uns verwöhnte Europäer völlig unwürdig erscheinen. Über schmutzige Straßen und Städte werde ich mich jedenfalls so schnell nicht mehr beschweren. Allgemein ist die Bildsprache sehr authentisch und beschönt nichts. Der Effekt ist bewusst gewählt. Der Zuschauer wird Benjamin niemals wirklich verstehen, warum er so an diesem Ort hängt. Klar, er hat hier die Liebe seines Lebens gefunden. Doch genau an dieser Stelle zeigt sich das große Manko des Films und dieses trägt einen Namen. David Kross.

Mir bleibt schleierhaft, warum genau er diese Rolle zugeteilt bekommen hat. Es lässt sich nicht leugnen, dass er eine gewisse Naivität ausstrahlt, die Benjamin wohl auch wirklich in sich trug. Jedoch bleibt dabei die restliche Schauspielerei auf der Strecke und Detlev Buck hat es nicht geschafft mehr aus ihm heraus zu holen. Seine Darstellung bleibt konstant nur an der Oberfläche, während Apinya Sakuljaroensuk (Sreykeo) ihrer Rolle eine Intensität verleiht, die mich nur staunend zurück ließ. Genau dieser Gegensatz in der schauspielerischen Leistung macht dem Film zu schaffen und entzieht ihm damit ein Stück Glaubwürdigkeit. Dies ist besonders tragisch, da die Geschichte auf einer wahren Begebenheit basiert. Glaubwürdigkeit ist hier das oberste Gebot.

Die Botschaft des Films ist nicht nur gut gemeint, sondern durchaus wichtig und zeigt in den heutigen Tagen, dass es noch einige Ecken auf der Welt gibt, die unsere Hilfe benötigen – fernab von Regionen, die durch Umweltkatastrophen in unser Bewusstsein gerufen werden. Dennoch braucht man dafür das notwendige schauspielerische Potenzial und David Kross ist noch weit davon entfernt einen Film komplett zu tragen, so aufregend die Bilder auch sein mögen.

5/10

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