Freitag, 29. Januar 2010
New York, I love you
New York ist vielleicht DIE Stadt, die mit Abstand am häufigsten Ort des Geschehens in Hollywood´s Filmen ist. Selbst als Europäer hat man den Eindruck die Stadt in- und auswendig zu kennen. Jede Ecke ist vertraut und irgendwie will ich nach einem New Yorker-Film einfach mal durch den Central Park laufen. Irgendwann wird es so weit sein.
„New York, I love you“ ist also der zweite Teil der „Städte und Liebe“ Reihe. Allerhand Kurzfilme werden zu einem ganzen Film zusammengeschnitten und spiegeln den Alltag der New Yorker wieder. Liebe ist überall und immer in einer anderen Form vorhanden. Eine Figur filmt dabei in einem Restaurant und auf der Straße, was in New York passiert. Sie ist damit der ungenannte und auch stumme Erzähler des Films, was am Ende deutlich hervorgehoben wird.

Die Kurzfilme sind allesamt von einem anderen Regisseur inszeniert worden. Die unterschiedliche Art Bilder auf die Leinwand zu bannen ist klar zu erkennen, ohne dabei störend auf den Zuschauer zu wirken. Die Abwechslung tut eigentlich sogar ganz gut. Problematisch sind jedoch die Geschichten, die erzählt werden sollen. Einige Male ergibt sich auf Anhieb wenig Sinn und das Prädikat „künstlerisch wertvoll“ klebt ziemlich nervig wie Kaugummi an einigen Beiträgen. Der Erzählfluss wird dadurch leider gestört, insbesondere weil andere Geschichten dagegen belanglos und zu kurz erzählt werden. Weniger Filme mit einer größeren erzählerischen Tiefe hätten dem Film mehr Qualität gegeben.

Die größte Enttäuschung ist aber New York selbst. Ein Film, der als Liebeserklärung an eine Stadt gedacht ist, zeigt nur die Standardecken. Alles schon mal gesehen, keine besondere Atmosphäre und zum größten Teil hätten die Geschichte in jeder anderen Stadt auf diesem Planeten spielen können. Namedropping der feinsten Sorte. Was bleibt sind drei Episoden, die in Erinnerung bleiben und ein weiterer Kurzfilm, der das Prädikat „nett/süß, aber belanglos“ bekommt. Für einen großartigen Kinoabend reicht das nicht, zu viel Potenzial wurde einfach verschenkt. Beim nächsten Mal bitte wieder einen echten Erzähler ans Werk lassen, der auch mit der Handkamera das Wesentliche einfängt.

5/10

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