Samstag, 26. Juni 2010
Splice


Es ist ein illegales medizinisches Experiment. Menschliche DNA wird mit den Genen sämtlicher Lebensformen gekreuzt, um als Gen- und Enzymersatzteillager zu dienen. Nach der Erschaffung empfinden die beiden Wissenschaftler Zuneigung für das Wesen, was ihnen bald zum Verhängnis werden soll.

In etwa so könnte die vierzeilige Pressemitteilung des Verleihs ausgesehen haben, um den Film SPLICE zu vermarkten. Dazu werden ein paar Trailer geschaltet, die einen beklemmenden Medizin-Horrorthriller suggerieren und schon fühlt sich die Zielgruppe angesprochen. Dabei steckt hinter diesem Film die größte Mogelpackung seit einigen Jahren, denn von Spannung oder gar Horror fehlt hier jede Spur. Das zu Beginn eingeleitete Konzept wird gebrochen, die Krankenhausräumlichkeiten werden verlassen und ein Pseudo-Medizin-Drama soll sich entfalten. Dumm nur, dass die Charaktere für ein Drama viel zu oberflächlich eingeführt worden sind. Plakative Figurenzeichnung in den ersten zehn Minuten reicht für einen Horrorfilm meistens aus, nicht aber für eine Geschichte, die selbst den Anspruch hat, besonders tiefschürfend zu sein. Oh ja, der Film nimmt sich selbst verdammt ernst.

Plötzlich wird sich um ein erschaffenes Wesen gekümmert, dessen Eigenschaften sich von Minute zu Minute widersprechen, um letztendlich als „ständige Veränderung“ erklärt zu werden (Das Wesen wird anfangs gerettet, weil es nur unter Wasser atmen kann – nach einem Schnitt interessiert diese Erkenntnis niemanden mehr). Das unterstreicht das hanebüchene Drehbuch, welches weder eine schlüssige Geschichte, noch überzeugende Protagonisten hervorbringt. Im Gegenteil: Der Fremdschamfaktor in diesem unglaublich langweiligen Film steigert sich von Minute zu Minute ins Unermessliche und gipfelt in zwei grenzdebilen Sexszenen, die (das beweist das Ende) nicht nur ernst gemeint, sondern fester und wichtiger Bestandteil der Story sind.

Eigentlich ist jedes weitere Wort verlorene Lebensmühe, denn die Sichtung des Films gehört schon in die Kategorie „Verschwendung meiner Zeit“. Wenn der Film wenigstens flott inszeniert wäre, könnte man immerhin noch einen gewissen Unterhaltungsfaktor erkennen. Hier bleibt jedoch nur eine platte Öko-Botschaft, die in der Filmwirtschaft schon gefühlte 100 Male besser umgesetzt worden ist. Jaja, wir Menschen sollten nicht Gott spielen. Gereizt, völlig verärgert und fast schon wütend verlässt man den Saal. Der Stolz, einen der schlechtesten Filme aller Zeiten im Kino gesehen zu haben, stellt sich möglicherweise in ein paar Tagen ein.

1/10

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