Montag, 26. Juli 2010
Moon (+ Predators & Eclipse)


Beinahe unendliche Energieressourcen, ohne den CO2 Ausstoß in die Atmosphäre, spielt in der fernen Zukunft keine Rolle mehr. Durch technischen Fortschritt ist es möglich geworden, in Mondgestein gespeicherte Sonnenenergie freizusetzen und zu nutzen. Der Abbau findet auf dem Mond fast voll automatisch statt, aber eben nur fast. Eine menschliche Kontrollinstanz ist von Nöten. Sam (herausragend gespielt von Sam Rockwell) ist seit beinahe drei Jahren auf der Mondstation und kontrolliert den Abbau, greift bei mechanischen Problemen ein und steht gleichzeitig mit der Erde und dem Auftraggeber Lunar in Kontakt. Der einzige Begleiter und damit auch Gesprächspartner ist der Bordcomputer Gertie (gesprochen von Kevin Spacey bzw. dessen Synchronstimme). Bei einem Routineeinsatz kurz vor seiner Abreise zurück zur Erde außerhalb des Komplexes glaubt Sam einen weiteren Menschen auf dem Mond entdeckt zu haben. In diesem Moment passiert ein Unfall und Sam wacht auf der Krankenstation wieder auf. Der Beginn eines beklemmenden Plots und einem genial gestrickten Film, denn Sam wird einiges entdecken.

Die Filmidee ist absolut wagemutig. Der Zuschauer sieht quasi nonstop lediglich einen einzigen Schauspieler. Wer hier jedoch Langeweile erwartet, liegt definitiv falsch. Die Stimmung des gesamten Films ist absolut beklemmend und dadurch unglaublich faszinierend. Selbst Dialoge zwischen Sam und dem Bordcomputer sind authentisch und exakt aufeinander abgestimmt. Der heimliche Star des Films ist dabei die ausgeklügelte Geschichte, die anfangs schwer zu durchschauen ist, aber von Beginn an konsequent und durchgängig kompromisslos erzählt wird. Darsteller Sam Rockwell brilliert auf ganzer Linie und spielt die Rolle seines Lebens in diesem Psycho-Sci-Fi-Thriller. Mehr darf zu diesem Film nicht gesagt werden, da sonst viel zu viel verraten wird und somit die Spannung genommen werden könnte.

Trotz geringem Budget liefert Regisseur Jones hochwertige Bilder, streut tolle Ideen ein und setzt damit ein absolutes Science Fiction Highlight der letzten Jahre, welches vielerlei Interpretationsmöglichkeiten offen lässt. So auch die Frage, wie hoch der Preis für menschlichen Luxus sein darf, kann und will MOON nicht beantworten. Klar, denn gute Filme geben Antworten, sehr gute Werke stellen Fragen!

9/10


Predators 7/10
Blutig, geradlinig, stereotyp! Drei Eigenschaften zum sehr stimmungsvollen Actionreißer, der das Grundkonzept des Originalfilms übernimmt und eine neue Geschichte herumstrickt. Die Schauspieler agieren auf einem guten Niveau und ermöglichen gute Unterhaltung ohne Strapazierung der Synapsen.

Eclipse 2/10
Weiterhin peinliche Filmreihe, dessen schwülstige und spießbürgerlich konversative Liebesgeschichte nur noch von den miesen Spezialeffekten unterboten wird. Drehbuch- und Logikfehler reihen sich aneinander und ersticken jedes mögliche Sehvernügen im Keim.

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