Montag, 2. August 2010
Toy Story 3


Es ist kaum vorstellbar, dass Pixar bislang erst zehn Filme veröffentlicht hat. Zu hoch die Qualitätsdichte der Filme, sodass man spontan jeden einzelnen aufzählen kann und das Gefühl nicht los wird, einige Filme vergessen zu haben. Nein, es waren tatsächlich nur diese zehn Stück. Nun gesellt sich der elfte Film dazu und stellt damit das Ende der bisher einzigen Filmreihe von Pixar (in den kommenden Jahren erhalten einige Filme eine Fortsetzung) dar. Toy Story 3 erscheint elf Jahre nach dem großartigen zweiten Teil und manifestiert die Theorie von Pixars Unmöglichkeit jemals einen schlechten Film zu drehen. Selbst mit der zweiten Fortsetzung gelingt es dieses Kunststück aufrecht zu erhalten, denn Pixar dreht nur eine Fortsetzung, wenn die Geschichte stimmt und eine Weitererzählung Sinn macht. Die genialen Details und Einfälle ließen sich sonst nicht anders erklären.

Woody, Buzz und Co. sind am Ende ihrer Tage angekommen, denn ihr Besitzer Andy kommt aufs College und benötigt dementsprechend kein Spielzeug mehr. Aufgrund einer Reihe von Missverständnissen findet sich die Truppe im Kindergarten „Sunnyside“ wieder. Die Freude wieder spielen zu können, verstummt jedoch sehr schnell. Zum einen spielt die Zerstörungsgewalt der Kleinkinder dem Spielzeug übel mit, zum anderen herrscht der pinke Erdbeerbär Lotso über die Räumlichkeiten von Sunnyside, sobald der Kindergarten seine Tore schließt. Selbstverständlich plant Woody bereits den Ausbruch und benötigt dafür dieses Mal wirklich große Nervenstärke. Die ist auch wirklich nötig, denn insbesondere in der zweiten Hälfte ist der Film an einigen Stellen erstaunlich düster geworden.

Hunderte verrückte Einfälle, Gags im Sekundentakt, selbstverliebte Details an jeder Ecke, eine Vielzahl an neuen Spielzeughelden gepaart mit einem Flashback in die Kindheit zurück machen den dritten Teil der Spielzeugsaga zu einem absoluten Kinohighlight des Jahres 2010, dessen Sichtung aber problemlos in 2-D ausreicht. Der räumliche Effekt rechtfertigt den Zuschlag nur bedingt; der Weg ins Kino dagegen lohnt bereits nach dem Ende des abermals genialen Kurzfilmes, der wie gewohnt vor dem Hauptfilm gezeigt wird.

Pixar erschafft Kinomagie und lässt auch Erwachsene mit glühenden Augen den Kinosaal verlassen. Während der gesamten Spielzeit will man zurück in seine Kindheit und die tollen Dinge erleben, die im restlichen Leben manchmal zu sehr verloren gehen. Mit Abschluss des Films und der gesamten Reihe schließt man selbst in gewisser Art mit seiner Kindheit ab. Solange man sich die Freude bei Toy Story jedoch nicht nehmen lässt, steckt in Jedem von uns noch genug Kind, um der grauen Welt hin und wieder zu entfliehen. Und für die Tage, bei denen die Flucht nicht gelingt, haben wir die Jungs und Mädels von Pixar. Die schaffen es jedes Mal!

10/10

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