Montag, 20. Dezember 2010
The Tourist + Kurzkritik Narnia 3


Der Erfolgsdruck war immens groß. Nachdem absoluten Meisterwerk „Das Leben der Anderen“ wartete nun Hollywood auf Florian Henckel von Donnersmarck. Eigentlich sollte für jeden Filmemacher die Ehre ausreichen, den zweiten Film bereits in den USA drehen zu dürfen, dann aber auch noch mit den zwei aktuell größten Filmstars der Welt einen Weihnachtsblockbuster produzieren zu können, ist der letzte Ritterschlag für das schon beinahe fünf Jahre alte Stasi-Drama. Es wird leider das letzte Zugeständnis bleiben, denn die Lorbeeren sind nach diesem Film schon verbraucht.

THE TOURIST ist ein langweiliger, schnöder und komplett seichter Film über Identitätsschwindel. Der Trailer suggerierte einen Thriller, bei den Golden Globes sind die Darsteller im Segment „Beste Komödie“ nominiert. Dabei ist der Film weder Komödie, eine Liebesgeschichte, noch ein Thriller. Eigentlich ist der THE TOURIST lediglich eine uninspirierte Abfolge von Bildern, die im traumhaft schönen Venedig postkartenähnlich abgelichtet worden sind. Die Geschichte ist arg konstruiert, die Auflösung strotzt vor Logiklöchern und die beiden Weltstars liefern ihre Schauspielkunst auch eher routiniert ab. Eine bemerkenswerte Leistung muss daher den drei Hauptakteuren (Jolie, Depp und von Donnersmack) aberkannt werden. Das größte Problem des Films ist aber gar nicht das unausgegorene Skript oder die Leistung der Darsteller, sondern einfach die pure Langeweile, die im Kinosaal regiert. Die Inszenierung ist viel zu ermüdend, sogenannte Actionszenen bleiben viel zu rar eingestreut und insgesamt auch nicht wirklich spektakulär.

Die Grundidee ist dabei gar nicht so uninteressant. Leider bleiben die Charaktere blass, man erfährt schlichtweg nichts über sie. Das sorgt für etwas Mysteriöses zu Beginn, ab dem Mittelteil und gegen Ende nervt diese Tatsache nur noch. Den Zuschauer lässt das Gefühl nicht los, einen überflüssigen Film gesehen zu haben, der an den eigenen Erwartungen zerbricht.

4/10


Die Chroniken von Narnia – die Reise auf der Morgenröte

Die ersten beiden Teile der Fantasyfilmreihe waren bislang nie große Kinohighlights, dennoch versprühten die Filme einen gewissen Charme, der das bunte Treiben sympathisch an die Besucher transportierte. Der dritte Teil ist dagegen um einiges schwächer als die Vorgänger. Das Drehbuch hat keinen roten Faden, sodass man das Gefühl hat, kleine Story- bzw. Episoden Häppchen präsentiert zu bekommen, die nacheinander gezeigt werden. Kinomagie tritt dabei selten ein. Die Bilder sind gewohnt opulent und zur meisten Zeit schaut man sich das Ganze auch gerne an. Leider sieht man an einigen Ecken das gekürzte Budget und sehnt sich nach den großen Fantasyfilmen. Geduld ist gefragt, die Verfilmung von „Der Hobbit“ lässt noch ein wenig auf sich warten. Narnia bleibt ein nettes Filmchen – nicht mehr, nicht weniger.

5/10

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