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Freitag, 22. Juli 2011
Arschkalt
dopo, 14:17h

Es gibt immer wieder Filme, die scheinbar ohne öffentliche Aufmerksamkeit den Weg ins Kino finden. Auch in diesem Fall liegt der Deutschlandstart unter dem Niveau eines „breiten Starts“ (Von einem breitem Start spricht man bei etwa 100 Kinos bundesweit, die den Streifen dann zeigen --> bei Hollywoodblockbustern wie „Harry Potter“ oder „Pirates of the Caribean“ liegt dieser Wert bei ca. 800-900 Kinos landesweit!) und wird daher mit enormer Sicherheit komplett am Publikum vorbei seine Präsenz in den Lichtspielhäusern haben. Und wie so oft: Völlig zu Unrecht.
Die Geschichte ist recht simpel und schnell erzählt. Rainer Berg (Herbert Knaup) ist ein grantiger Verkaufsfahrer eine Tiefkühlkette. Nach der Übernahme des Unternehmens wird ihm durch die holländische Vorgesetzte Lieke ein Kollege zugeteilt, den Berg zum Nachwuchsfahrer einarbeiten soll. Doch sein neuer Kollege Tobias entpuppt sich als verrückt, tollpatschig und unglaublich lebensbejahend. Damit raubt er Rainer den letzten Nerv und durch einen Fehler kostet es Lieke auch bald den Job. Dennoch finden diese drei Protagonisten noch zusammen.
Natürlich wird hier am Ende mehr oder minder alles gut und die Charakterentwicklung ist stereotyp und vorhersehbar. Die behutsame und liebevolle Art und Weise, wie die Figuren durch den Film begleitet werden, ist dagegen übersympathisch und nicht selten selbstironisch.
Neben vielen skurrilen, verrückten und innovativen Einfällen, die immer wieder die Lachmuskeln aktivieren werden, beinhaltet der Film auch ein paar stille und ernste Momente, die sehr liebevoll umgesetzt worden ist. Auf eine sehr herzliche Art und Weise werden die einzelnen Geschichten der Protagonisten ernst genommen, sodass auch verstreute Lebensweisheiten nicht verkrampft vermittelt werden.
Am Ende ist es zwar keine große Kinokunst, aber die 1 ½ h genießt man, verlässt fröhlich kopfschüttelnd das Kino und wird sich gerne an ein paar grandiose Szenen zurückerinnern. Damit hinterlässt „Arschkalt“ immerhin tiefere Spuren als viele der großen Hollywoodproduktionen.
8/10
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