Sonntag, 6. Dezember 2009
Der Abendstern erfüllt so manchen Wunsch
Küss den Frosch

Bereits vor knapp zwei Jahren hatte Disney angekündigt wieder einen klassischen Zeichentrickfilm in die Kinos zu bringen, nachdem 2004 mit „Bärenbrüder“ und „Die Kühe sind los“ die letzten Beiden ihrer Art zu sehen waren. Ja, diese Art von Zeichentrick galt als ausgestorben und man sah ausschließlich im CGI-Animationsstil die Zukunft. Glücklicherweise haben sich die Nostalgiker bei Disney durchgesetzt und ein traumhaftes Kinoabenteuer erschaffen.

Tiana, ein schwarzes Mädchen aus New Orleans wächst in bescheidenen Verhältnissen auf und träumt von ihrem eigenen Restaurant. Diesen Traum verfolgt Tiana ihr Leben lang. Doch ihr Traum droht zu platzen, als sie bei einem Kostümfest einen, durch einen Voodoomagier verzauberten, Prinzen (Wie der Titel verrät – ein Frosch) trifft und sich erhofft durch einen einzigen Kuss ihrem Traum ein Stück näher zu kommen. Allerdings verwandelt sich der Frosch nicht in einen Prinzen, sondern Tiana in eine Froschdame. Dies ist also die Ausgangssituation für eines der schönsten Kinomärchen der letzten Jahre und selbstverständlich vermittelt der Film Werte wie Freundschaft und Liebe in der typischen Disneymanier – und gerade das ist so toll endlich wieder zu sehen!

Ich war wieder ein kleines Kind (was die Erwachsenenwitze zusätzlich verstanden hat), das für 100 Minuten in eine verzauberte Welt abgetaucht ist. Dieses Abtauchen verdanke ich nicht einer schlecht sitzenden 3-D Brille, sondern einer Farbenpracht und einer Detailverliebtheit, die offenbar in dieser Form und mit diesem Charme nur in 2-D möglich ist. Dem Film ist ein großer Erfolg nur zu wünschen. Denn neben einer ansprechenden Geschichte sind einige großartige Gags im Film verstreut. Schräge Nebenfiguren dürfen ebenso nicht fehlen und insbesondere diese wachsen ans Herz. Am Ende schafft es einer unserer neuen Freunde uns sogar Tränen in die Augen zu zaubern, sodass der Begriff „Krokodiltränen“ eine neue Bedeutung erfährt.

Zugegebenermaßen, die Synchronisation ist nicht optimal gelungen (Cassandra Steen haucht hin und wieder etwas zu viel – sie spricht Tiana), aber die Songs dagegen begeistern allesamt. Der Film ist sicherlich nicht perfekt, aber ein Ausflug in die Kindheit und den Mut wieder etwas Traditionelles ins Kino zu bringen MUSS mit der Höchstpunktzahl belohnt werden. Und bei klarer Nacht suche ich den Abendstern mit seinem neuen Begleiter!

10/10

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