Freitag, 24. September 2010
The American + Kurzkritik: Verrückt nach dir
dopo, 15:55h

Der Film beginnt aufregend. Mitten im verschneiten Schweden muss Jack (George Clooney) sein Privatleben opfern. Er wird von einem Killerkommando aufgespürt und um zukünftig unerkannt zu bleiben, muss er seine Liaison ebenfalls erschießen, sein eigenes Leben geht nun mal vor. Daher entscheidet er sich auch aus dem Killerbusiness auszusteigen, was bekanntermaßen schwerer ist als gedacht. Ja, dem Anfang zufolge erwartet den Zuschauer ein subtiler Thriller, eben, dem Anfang zufolge.
Kaum wechselt der Schauplatz nach Italien entwickelt sich der Film zum beinahe stummen Außenseiterstudie. Habt ein Herz für die Auftragsmörder, sie sind doch einsam. Diese Einsamkeit wird von Regisseur Anton Corbijn regelrecht ausgeschlachtet. Die Kamera fährt zweifelsohne traumhafte Bilder ein, unterstützt das elegische Treiben aber auch noch durch die eigene Immobilität. Ein Großteil des Films besteht aus Standbilder, die absolut gegensätzlich zu den heutigen Sehgewohnheiten steht. Die gesamten Dialoge passen auf eine Hand voll Bierdeckel, die neue Romanze will nicht so recht fruchten und der Funke springt einfach nicht über. Außerdem erhält der Zuschauer zu keiner Sekunde einen Zugang zum Protagonisten und vereinsamt stetig selbst im Kinositz. Zu distanziert, zu kalt und zu ausdruckslos scheint der frustrierte Jack zu sein. Schauspielerisch ist das alles sehr ansehnlich, ein Thriller, der nur zu Beginn und ganz zum Schluss Spannung aufkeimen lässt, kann nicht auf ganzer Linie überzeugen.
Das Thriller-Romanzen-Drama ist einige Nuancen zu sperrig geworden und wirkt daher trotz durchschnittlicher Spiellänge (105 Minuten) viel zu lang. Ein Kurzfilm hätte die Thematik mit Sicherheit besser auf den Punkt gebracht und das Sitzfleisch weniger gefordert. Der Film ist wahrlich nicht schlecht, verschenkt aber großes Potenzial, welches beinahe an jeder Ecke hervorzuschauen versucht.
6/10
Verrückt nach dir
Nette Romanze, die leider intime Momente mit Brachialkomik aufzulockern versucht. Dabei ist der Film den Beweis, nicht komplett konventionell zu sein, gar nicht schuldig. Der wird durch das herrlich lockere Spiel der beiden Hauptakteure (Drew Barrymore und Justin Long) ständig erbracht. Das dennoch notwendige Happy End wird daher in der Schlussszene dank eines wirklich schwachen und niveaulosen Gags komplett zerstört.
6/10
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