Donnerstag, 7. Oktober 2010
The Town + Kurzkritik Eat Pray Love


Nachdem Ben Affleck´s Regieerstling „Gone Baby Gone“ 2007 schon zu den großen Highlights des Filmjahres zählte, konnte er das hohe Niveau halten und legt jetzt mit „The Town“ ganz einfach den besten Thriller des Jahres aufs Parkett. Dieses Mal spielt er selbst gar die Hauptrolle im Bostoner Gangstermilieu.

Als Mitglied einer professionellen Bankraubtruppe plant Doug MacRay die Überfälle und führt sie ebenfalls mit aus. Bei einem der Raubzüge nehmen sie erstmals eine Geisel, die unversehrt am Strand freigelassen wird. Doug soll Claire (Die Geisel – glänzend gespielt von Rebecca Hall) aufspüren und überprüfen, ob sie sich tatsächlich an kein Gesicht und kein wichtiges Detail des Überfalles erinnern kann. Schnell verliert er sein Herz in die Bankmitarbeiterin und verirrt sich im Zwiespalt zwischen neuen und alten Leben.

Die ganze Inszenierung ist unglaublich überzeugend, die Kameraführung herausragend und die schauspielerische Leistung ist bis in die kleinste Nebenrolle schlichtweg atemberaubend. Die Romanze wird behutsam in die Gangsterstory eingebettet und stört keineswegs den Handlungsverlauf, sondern erweitert die Geschichte noch um eine weitere glaubwürdige Dimension. Das Ende ist voller Zerrissenheit und Realismus. Es gibt niemals den leichten Weg glücklicherweise auch nicht in diesem Hollywoodfilm, obwohl Hollywood gerne eine leichte Antwort als Lösung auf ein Problem parat hat. Thrillerfans haben derzeit einen absoluten Pflichttermin im Kino.

10/10



Eat Pray Love

Lockerleichter Selbstfindungstrip, der in den Gedanken der Zuschauer den einen oder anderen Gedankenanstoß erzeugen wird. Dennoch bleibt die Geschichte im weitesten Sinne auf der Oberfläche, was dem Unterhaltungsfaktor nicht schadet. Die Glaubwürdigkeit ist anfangs etwas fragwürdig, da die Figureneinführung recht simpel ausfällt und Julia Roberts somit eher ein Luxusproblem zu haben scheint.

Die Aufnahmen in Italien, Indien und auf Bali sind traumhaft schön gelungen und die Darsteller machen durch die Bank einen soliden Job. Das eigene Leben wird danach niemand umkrempeln, aber sich in diversen Alltagssituationen vielleicht hin und wieder an die weise vorgetragenen Lebensweißheiten zurückerinnern.

7/10

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