Dienstag, 14. Dezember 2010
Rapunzel + Bewertung Fair Game
dopo, 12:11h

Das ist er nun, der 50. Zeichentrick/Animationsfilm aus dem Hause Disney. Passend (wie meistens) zur Weihnachtszeit soll es wieder märchenhaft in Deutschlands Lichtspielhäusern zugehen. Nachdem erste eigene Ausflüge in die CGI-Animation kommerziell eher mittelmäßig erfolgreich und inhaltlich bloß durchschnittlich waren („Himmel und Huhn“, „Triff die Robinsons“ und „Bolt“), meldete sich Disney letztes Jahr mit dem zauberhaften „Küss den Frosch“ im alten 2-D Zeichentrickstil zurück. Rapunzel hingegen erstrahlt wieder im CGI-Animations-Stil von der Leinwand, dieses Mal sogar in 3D.
Eine Märchenverfilmung klingt erst einmal wirklich unspektakulär und ziemlich bieder. Ein gewisses Vorurteil bekommt man deswegen vor Filmbeginn einfach nicht los, eben auch weil der Trailer nicht jeden Kinogänger restlos überzeugen konnte. Doch bereits nach wenigen Augenblicken ist man im Disney-Zauber gefangen und auf direktem Wege zurück in die Kindheit als Zeichentrickfilme grundsätzlich ein Highlight waren. Die Geschichte rundum die verloren gegangene Prinzessin Rapunzel wurde aufgepeppt und modernisiert, jedoch ohne dabei völlig auf den heutigen Zeitgeist zu setzen. Die Atmosphäre ist angenehm klassisch und durch den unaufdringlichen Animationsstil bemerkt man die Veränderung der Machart im Vergleich zu den älteren Klassikern wie „Das Dschungelbuch“ keineswegs. Ja, es ist gar der erste Animationsfilm, der das Flair eines gezeichneten Trickfilms auf die CGI-Ebene bringen kann.
Neben der üblichen Liebesgeschichte (in diesem Fall mit dem Dieb Flynn Ryder) dürfen selbstverständlich auch die schrägen Nebenfiguren niemals fehlen. Das treue Chamäleon Pascal und das gewissenhafte und übermotivierte Gardepferd Maximus sorgen für die meisten Lacher im Kinosaal. Glücklicherweise können beide ausnahmsweise nicht sprechen, sondern agieren lediglich über Mimik und Körpersprache. Dennoch ist den Machern das Kunststück gelungen beiden Figuren einen Charakter zu verleihen. Aber auch ohne die beiden stillen Helden gibt es große Kinomomente. Wenn gegen Ende hunderte Leuchtlaternen in 3-D in den Abendhimmel steigen, regiert die Kinomagie das Publikum. Klar, ein wenig kitschig ist es schon, aber in der Weihnachtszeit sollte das erlaubt sein. Denn was bleibt, ist ein tolles Kinoabenteuer, dass vom Ideenreichtum und der erzählerischen Finesse zwar nicht an die Pixar-Filme heranreichen kann, jedoch durch die zauberhafte Atmosphäre zu einem der Kinohighlights im Jahre 2010 wird.
9/10
Fair Game
Großartig gespielte, semi-dokumentarische Geschichtsstunde über einen unfassbaren, weil wahren Fall in der jüngeren US-Geschichte. Naomi Watts verkörpert die starke Frau, Valerie Plame, mit einer Leidenschaft, als hätte sie die Strapazen alle selbst tatsächlich überstehen müssen.
8/10
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