Sonntag, 27. Februar 2011
Kurzkritiken: King´s Speech/127 hours/True Grit


Die Monate Februar und März sind für den deutschen Kinogänger immer besonders anstrengend. In dieser Zeit laufen beinahe alle der nominierten Oscarfilme sehr geballt in den deutschen Kinos an, sodass es auch für einen Blog-Autor schwierig wird dieser Masse gerecht zu werden. Binnen fünf Tagen konnten vor der Oscarverleihung aber noch drei besonders wichtige Werke gesichtet werden. Die Kritiken jeweils in Kurzform hier, auch wenn jeder einzelne Film eine detaillierte Betrachtung verdient gehabt hätte:

The King´s Speech
Sensationelles Schauspielkino, was mit erstaunlich viel Humor aufwartet. Dank einer exzellenten Kameraführung sorgt die Regie hier häufig für ein kammerspielartiges Vergnügen beim großartig aufspielenden Duo Firth/Rush. Colin Firth wird dank seiner sprachlichen Meisterleistung den Oscar mit großer Sicherheit erhalten – verdient!

9/10


127 Hours
James Franco ist ebenfalls völlig zu Recht für den Oscar als bester Schauspieler nominiert. Er spielt den risikobereiten Aron Ralston mit einer leidenschaftlichen Hingabe und versinkt förmlich in der Rolle des adrenalinsüchtigen Bergsteigers. Leider gelingt es Regisseur Danny Boyle trotz der spektakulären Kamerabilder und den innovativen Schnitten nicht, eine Bindung zwischen Zuschauer und Protagonisten aufzubauen, sodass die wahre Geschichte am Ende erstaunlich kalt lässt.

7/10


True Grit
Kurzweiliger Westernstreifen mit einem auftrumpfenden und oscarnominiertem Jeff Bridges, der den gesamten Film auf den Schultern trägt. Sobald er nicht die Leinwand brilliert, verliert das Werk deutlich an Substanz und überzeugt somit nicht auf ganzer Linie. Dazu ist die Story nicht packend und die Charakterzeichnung nicht tief genug. Gewohnt genial dagegen die Dialoge der Coen-Brüder, die durchweg für Lacher in einer von Gewalt geprägten Welt sorgen.

8/10

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