Dienstag, 24. Mai 2011
Pirates of the Caribbean (4) - Fremde Gezeiten!


Es ist eine der erfolgreichsten Kinoreihen der Filmgeschichte und auch der vierte Teil hat in den ersten vier Tagen schon knapp 350 Mio $ an den weltweiten Kinokassen eingespielt. Das Interesse ist also nachwievor ungebremst, wenn dann auch in Deutschland knapp 500.000 Karten weniger verkauft worden sind, als noch vor vier Jahren bei Teil Nummer drei.

Die Story selbst ist schnell erzählt: Johnny Depp a.k.a Captain Jack Sparrow ist auf der Suche nach einer Quelle, die wieder einmal mehr oder minder ewiges Leben verspricht. Selbstverständlich ist er bei dieser Expedition nicht alleine, sondern diverse Parteien nehmen an diesem Abenteuer teil. Diese Grundidee wird mit 136 Minuten Film umgarnt; Im Film wird beinahe ausschließlich Johnny Depp in den Vordergrund gestellt. Die Depp-Fans wird es freuen, für den Film wird das inflationäre Schauspiel aber zwischenzeitlich zur Belastungsprobe. Das Besondere des Films bzw. der ganzen Reihe geht etwas verloren, wenn das Storytelling nonstop auf dem schrägen Vogel liegt. Nichtsdestotrotz macht Johnny Depp seine Sache wie immer grandios und manifestiert Captain Jack Sparrow noch weiter als eine der berühmtesten Filmfiguren aller Zeiten.

Technisch gesehen ist der Film wie gewohnt eine Augenweide. Ob Kostüm, Szenebild, Maske oder Spezialeffekte: Hier sieht man in jeder Sekunde, wie ein passendes Budget mit dem dazugehörigen Know-How eine hervorragende Optik erzeugen kann! Die 3D-Effekte sind zwar besser als in den anderen, aktuellen 3D-Filmen, jedoch muss der Sinn dieser Technik langsam bezweifelt werden. Mit Ausnahme von ein paar sensationellen Landschaftsaufnahmen braucht diesen Effekt einfach auf Dauer kein Mensch. Dafür ist das räumliche Gefühl zu schwach und zu selten. Traurig, wenn die räumlichsten 30 Sekunden im Werbeblock beim Haribospot erlebt werden. Dagegen macht die Neubesetzung Sinn, denn in der rassigen Penelope Cruz steckt einfach mehr Pirat als in Keira Knightley und Orlando Bloom zusammen.

Am Ende will der Funke aber nicht überschlagen. Das Prinzip des Storyaufbaus ist wohlbekannt und macht durchaus noch Laune. Letztlich bettet sich der Film aber belanglos in die Reihe ein. Es spielt keine Rolle, ob es Teil zwei, vier oder dreizehn ist. Der besondere Zauber ist dadurch schlichtweg verflogen. So bleibt ein wirklich unterhaltsamer Popcornspaß, der aber in diesem Fall schnell in Vergessenheit geraten wird.

6,5/10

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