Montag, 18. Juli 2011
Harry Potter 7.2 - das Finale!
dopo, 19:53h

Es ist die wohl erfolgreichste Buchreihe der Welt, die (nicht inflationsbereinigt) erfolgreichste Filmreihe der Welt und eines der heiß ersehntesten Finals der Filmgeschichte. Nach dem umsatzstärksten Kinostart in der Geschichte reicht es jetzt auch an Superlativen. Eine Konzentration auf die 130 Minuten Harry Potter 7.2 soll nun folgen.
Der Film startet direkt im Geschehen und im Handlungsverlauf lückenlos zum ersten Abschnitt des letzten Teils, erst einmal ohne Warner Bros. Logo. Daher braucht es ein paar wenige Sekunden, um zu realisieren, dass gleich die Schlacht um Hogwarts beginnt. Die Atmosphäre ist bedrückend und extrem einengend. Das Gefühl der Protagonisten überträgt sich unfiltriert auf den Zuschauer. Die bedrückende und die ausgehende Gefahr mit der Gewissheit, dass einige Menschen sterben müssen, geht durch Mark und Bein. Die Zuspitzung vom bunten Familienfilm in Richtung Fantasyhorror erlebt hier nun endgültig den Höhepunkt. Ein Gang durch ein blutiges Leichenfeld oder ein verstörendes, blutiges, embryoartiges Wesen haben dabei in einem ab 12 Jahren freigegebenen Film (der in Begleitung eines Erziehungsberechtigten gar schon ab dem Alter von 6 Jahren gesehen werden darf) wirklich nichts zu suchen, obgleich gerade diese Szenen den Film auch auf der künstlerischen Seite weit nach vorne bringen.
Visuell ist der letzte Teil wie üblich großartig gelungen. Die Tricktechnik lässt keinen Zweifel an der Existenz dieser Zauberwelt, völlig egal ob durch die Bilder oder den Unmengen an auditiven Reizen. Dennoch ist die nachträgliche stereoskopische Bearbeitung in das 3D-Format nicht nur mittelmäßig gelungen, sondern gerade in den spektakulären Sequenzen schlichtweg Fehl am Platz. Die aufgesetzte Brille sorgt weniger für eine (sehr spärliche) Räumlichkeit als viel mehr für eine noch größere Dunkelheit auf der Leinwand. Denn egal wie hochwertig die 3D-Technik eingesetzt wird, der Film verliert dadurch immer an Helligkeit, was in einem ohnehin düster inszenierten Film enorm anstrengend für die Augen werden kann. Hier lässt sich durch den Besuch der 2D-Version viel Geld sparen.
Die Schauspieler überzeugen dagegen fast komplett (Daniel Radcliffe als Harry Potter wird mich im Gegensatz zum Rest niemals ansatzweise erreichen) und insbesondere die Performance von Alan Rickman als Snape geht unter die Haut; Szenen, die man so schnell nicht vergessen wird und den emotionalen Höhepunkt des Films, vielleicht gar der Reihe stellen). Alles in Allem bekommt der Fan der Filme fast all das, was er erwartet und braucht. Leider gibt es einen massiven Störfaktor, der die perfekte Unterhaltung komplett stört: Die letzten zwei Minuten des Film sind nicht nur überflüssig, sondern verärgern von der Idee bis hin zur Ausführung derart, dass man den Abspann nicht mehr genießen kann. Ärgerlich, denn so verlässt man den Kinosaal viel zu abrupt. Für eine überaus gelungene Filmreihe kein würdiger Abgang.
9/10
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