Donnerstag, 2. August 2012
Merida - Ted - Der Vorname
dopo, 13:14h

Mittlerweile dürfen Unwissende kritisch beäugt werden, die den Kopf schütteln, wenn sie den Namen Pixar hören und keine Kenntnis über deren Filmografie der letzten knapp 20 Jahre besitzen. Zur absoluten Sicherheit soll an dieser Stelle noch mal gesagt sein: Animationsmeisterwerke der Sorte Toy Story, Findet Nemo, Wall-E, Ratatouille oder Oben stammen aus der Feder der Kreativpioniere. Familienunterhaltung mit der entscheidenden zusätzlichen Ebene, welche die bisherigen Filmen nicht nur originell, sondern einige genial werden ließ.
Jetzt erscheint wieder ein Originalfilm (die letzten beiden Produktionen waren Sequels) und spielt an einem ungewöhnlichen Ort, an dem man keinen Familienfilm zwingend erwarten würde. In Schottland. Merida ist die Königstochter und soll vermählt werden. Dazu rufen ihre Eltern ein Turnier aus, an dem die befreundeten Stammesführer ihre Söhne zur Thronfolge animieren wollen. Merida will dagegen ihre Freiheit genießen und selbst über ihr Leben entscheiden.
Normalerweise gibt es in einer Pixarproduktion fast nur ausschließlich Positives zu berichten. So konventionell die Geschichte jedoch als Klappentext klingt, so folgt auch die Umsetzung im Drehbuch. Trotz des geschickten Storykniffs, der in keinem Trailer verraten oder angedeutet wird, geht die Geschichte in eine Richtung, wie wir sie schon oft auf der Leinwand haben sehen können. Das nimmt dem sensationell animierten Spektakel schon ein wenig den Zauber. Dank herausragender Bilder, schönen 3D-Effekten und tollen Charakteren wird Merida zwar nicht zur Filmlegende, dafür aber zu einem sehr unterhaltsamen Kinoabenteuer.
8/10

Die Family-Guy Macher wagen sich an ihren ersten Realfilm, der in den USA die Überraschung des Kinosommers darstellt. Die Idee aus einem süßen Kuschelbär den Begleiter des Lebens werden zu lassen, klingt erst einmal nach einem kitschigen Weihnachtsfilm. Genial ist der Sprung in das Erwachsenenalter, wobei nicht nur das Kind, sondern auch der Bär eine nicht unwesentliche Entwicklung durchgemacht hat.
Mark Wahlberg spielt die Hauptfigur mit der notwendigen Lässigkeit, die unbedingt notwendig für diese Rolle war. Knuddelbär TED ist im Jahre 2012 ein dauerschimpfender, kiffender und trinkender Rauzahn, der nur mit seinem Buddy abhängen will.
Die im Trailer gezeigte Situationskomik und teils extreme Derbheit hält der Film in dem famosen Anfangstempo leider nicht durch. Zum einen gehen einige Witze einfach so dermaßen daneben, zum Anderen ist die zweite Storyline in Sachen Liebesgeschichte und Entführung völlig deplatziert und zieht unnötig Drive aus der Produktion. Dennoch wird der Kinobesuch mit einigen legendären Szenen und Gags belohnt, die noch lange im Gedächtnis bleiben werden. Hier wäre weniger wieder einmal mehr gewesen.
7/10

Französische Produktionen haben in diesem Jahr in Deutschland Hochkonjunktur und dementsprechend erscheint jeder Hit von unseren Nachbarn zeitversetzt auch bei uns. „Der Vorname“ erinnert in seinem Grundaufbau ein wenig an „Der Gott des Gemetzels“, der auch fast ausschließlich in einer einzigen Wohnung spielt.
Durch einen einzigen schlechten Witz entsteht eine Kettenreaktion, die viel Wahrheit, Frustration und Unausgesprochenes für jeden Einzelnen bereithält. Das ist authentisch, intelligent, unterhaltsam und an einigen Stellen schlichtweg genial geschrieben. Die sympathischen Schauspieler brillieren durch die Bank weg, sodass nicht einmal die kleinen Längen wirklich stören. Eine Filmperle aus Frankreich.
9/10
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