Donnerstag, 30. August 2012
Step Up "Miami Heat" + To Rome with Love
dopo, 13:11h

Hurra, Hurra wieder ein Tanzfilm, der in die Kinos kommt. Hey, wir tanzen für unser Leben gern, niemand hat einen Plan B und um in der Tanzcrew zu landen, muss man einigen Beef, Intrigen und Liebesscheiß überstehen. Denn am Ende steht das große Battle an, was beinahe verloren, am Ende dann doch siegreich in die Hood geholt wird. Jetzt also Step Up 4.
Im Groben lassen sich die Drehbücher von Tanzfilmen der letzten fünf Jahre in diesen Worten zusammenfassen. Wenn man sich den Trailer zum vierten Teil der Step Up Reihe anschaut, erwartet man das Gleiche wieder, selbstverständlich mit spektakulären Choreographien und fantastischen Kameraaufnahmen. Umso überraschender ist der Aspekt, dass hier gleich einige Dinge komplett anders und viel besser gemacht werden.
Stundenlanges Rumgelaber findet hier nicht statt, stattdessen ist mehr als die Hälfte der Laufzeit tatsächlich Tanz. Aufgrund der Flashmobthematik, die zwar etwas oberflächlich behandelt wird, aber Farbe ins Tanzfilmeinheitsgrau bringt, sind die Locations allesamt kreativ ausgewählt worden. Die Choreographien und Kostüme sind teils atemberaubend geworden und perfekt zur Musik angepasst worden. Der Soundtrack beinhaltet viele pumpende Partykracher, ist sich aber auch nicht zu schade ein paar unbekanntere Stücke zu introducen. In den besten Momenten des Films fühlt man sich, als würde man in einer Cirque du Soleil Performance sitzen.
Die 3D Effekte sind sinnvoll eingesetzt worden und bieten Raum für die Performances der Tänzer. Technisch ist wirklich alles perfekt.
Das Finale ist tatsächlich kein Tanzbattle geworden, sondern auch hier traut man sich über die langweiligen Konventionen hinaus. Hier wird um ein altes Viertel gekämpft, was schicken Bürogebäuden und Einkaufszentren weichen soll. Welche Großstadt muss sich aktuell eigentlich nicht gegen derartige Vorhaben wehren, um Flecke des Lebens aufrecht zu erhalten, die Generationen geprägt haben. Hier gibt es logischerweise ein Hollywood-Ende, was man sich für viele Ecken in Deutschland ebenfalls wünschen würde. Belasst etwas mehr Dreck und Seele in den Städten, wie auch in den Filmen. Die Aussage macht Step Up 4 nicht bloß, sondern hält sich im direkten Genrevergleich auch dran, wenn auch mit Hochglanzbildern und viel Naivität.
8/10

Letztes Jahr hatte Woody Allen mit Midnight in Paris einen der schönsten und besten Filme der letzten Jahre kreiiert. Seine Liebeserklärung an das Leben und den Anstoß den Blick auf die Gegenwart, nicht die Vergangenheit zu richten, war so voller Herzblut, dass man den Film lieben musste. Nun gehen wir von der einen europäischen Metropole in die nächste Weltstadt. Rom.
Bereits nach wenigen Szenen fällt total auf, es ist ein Woody Allen Film. Seine charmante Erzählweise bringt er auch in diesem Episodenfilm unter. Diese Geschichten sind auf den ersten Blick witzig und liebenswürdig, werden aber nach und nach an einigen Stellen der Lächerlichkeit preisgegeben.
Ob die Geschichte der beiden Landeier, die in der Stadt nicht zurecht kommen wollen, der talentierte Vater, der plötzlich zum Opernstar mutiert oder Roberto Bengini als Star wider Willen und ohne Grund: Alle Elemente werden hervorragend eingeführt, scheitern am Ende letztlich am schwachen Drehbuch.
Dagegen sind die Bilder von Rom unglaublich beeindruckend, dass dieses Bildband beinahe schon den Kinobesuch allein rechtfertigt. Legendär wären auch einige Szenen des Films, wenn sich in der Gesamtinszenierung nicht kläglich wegbrechen würden. Wer großzügig über Schwächen hinweg schauen kann, sich an einigen geschickt platzierten Gags erfreuen kann, die spektakuläre Besetzungscouch kennenlernen will und ein Fan der Stadt Rom ist, darf den Film getrost im Kino anschauen gehen.
6/10
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