Samstag, 6. November 2010
Buried
dopo, 14:29h

Die Grundsituation dieses Films ist gleich doppelt spannend. Paul (Ryan Reynolds) wacht in einem Sarg unter der Erde auf, denn er wurde lebendig begraben. Er ist Truckfahrer im Irak, gerät in einen Hinterhalt und wacht daraufhin in dieser scheinbar ausweglosen Situation wieder auf. Ein Feuerzeug, ein Handy und ein Stift sind die einzigen Hilfsmittel, die ihm geblieben sind.
Der andere Grund, warum „Buried“ ein spannendes Filmprojekt darstellt, ist ganz klar die sparsame Inszenierung. Die komplette Spielzeit von knapp 90 Minuten wechselt der Schauplatz nicht ein einziges Mal, Ryan Reynolds ist der einzige Schauspieler und auch der Zuschauer ist gefangen unter der Erde. Nochmals: Der gesamte Film spielt ausschließlich in dieser Kiste.
Die Idee ist prinzipiell unglaublich gerissen, denn selten konnte man die Lebenslage des Protagonisten so nachempfinden wie hier. Leider ist das Grundkonzept in sich nicht immer so stimmig, wie es hätte sein können. Es gibt unglaublich viele Redundanzen, Telefongespräche laufen viel zu häufig identisch ab und in zahlreichen Punkten wird einfach unglaublich übertrieben. Schwer vorstellbar, dass einige Menschen tatsächlich in dieser Form am Telefon reagieren würden. Außerdem fällt zu oft auf, dass der Film auf 90 Minuten krampfhaft ausgedehnt wurde, eine Kürzung um 15 Minuten hätten dem Zuschauer gut getan (SPOILER an: wie jemand mehr als 50-60 Minuten nicht bemerken kann, dass er eine Schlange in der Hose hat, ist nun wirklich rätselhaft! SPOILER aus). Das nimmt einiges an Authentizität, sodass der Zuschauer sich dem Charakter eher abwenden mag als sich tiefer mit ihm auseinander zu setzen.
Die schauspielerische Leistung ist enorm. Ryan Reynolds überzeugt und die Kameraarbeit ist wirklich toll geworden, wenn man bedenkt, dass nicht sonderlich viel Platz gewesen ist. Trotz einiger Hänger und Schwächen ist der Film auf eine gewisse Weise sehenswert. Das unglaublich konsequente und abrupte Finale ist tatsächlich der Höhepunkt und lässt in diesem Moment über die negativen Seiten hinwegsehen, ganz vergessen sind sie jedoch nicht.
6/10
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