Dienstag, 7. August 2012
Prometheus
dopo, 16:23h

Lange Zeit verdichteten sich die Gerüchte über eine mögliche Alien-Fortsetzung, plötzlich stand das Wort Prequel, die Vorgeschichte, im Raum. Letztlich ist „Prometheus“ ein Mix aus beidem geworden.
Im Jahre 2085 wird in Piktogrammen alter Kulturen eine Sternenkarte entdeckt, die Hinweise auf den Schöpfer der Menschheit beinhaltet. Deswegen macht sich die Archäologin Elizabeth Shaw wenige Jahre später mit ihrem Team und dem Raumschiff Prometheus auf eine Reise zu sehr entlegenen Orten im Weltall. Am Ziel angekommen weicht die Faszination und Hoffnung schnell der Angst und Panik. Denn die entdeckte Alienrasse wird zur absoluten Bedrohung und der Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Plot schreit nach hochkarätiger Action, die der Zuschauer auch bekommen soll. Allerdings lässt sich Ridley Scott nicht auf ein klassisches Actionmärchen ein, sondern spickt sein Werk mit zahlreichen Anspielungen auf die Alien-Quadrologie. Die Anfangsminuten bestechen durch eine Langsamkeit in der Inszenierung, die sich an dem sensationellen Setdesign ergötzt und jedes Detail in aller Ruhe ausleuchtet. Die beklemmende Atmosphäre baut sich so von Minute zu Minute weiter auf bis sie schier unerträglich wird. Wer einen schnellen Einstieg in einen Film bevorzugt wird hier auf eine Geduldsprobe gestellt.
Ridley Scott hat einen fast perfekten Film geschaffen. Die Schauspieler überzeugen durchgehend, allen voran Nomi Rapace als Elizabeth Shaw und Michael Fassbender als Android David, das bereits erwähnte Setdesign ist wunderschön zwielichtig geworden und der komplette Sound, von Toneffekten bis hin zum Score, blasen die Ohren komplett weg. Selbst der 3-D-Effekt lohnt sich und das obwohl Großteile des Films von der Dunkelheit der Bilder leben. Einzig das Drehbuch wirft Fragen auf, die Inszenierung hätte durchaus schlüssiger und sinniger werden können. Denn nicht selten stellt man das Handeln der Protagonisten ein wenig in Frage, wie auch das Einführen von Figuren, die letztlich überhaupt keine Rolle für den weiteren Verlauf der Geschichte darstellen.
Fans der Alien-Reihe werden begeistert sein, aber auch Alien-Fremde kommen voll auf ihre Kosten. Die Geschichte funktioniert nämlich auch ohne Vorkenntnisse wunderbar. Über die altmodische Herangehensweise könnte man streiten. Jedoch ist es im Jahre 2012 sehr erfrischend, dass dem Zuschauer viel Zeit geboten wird, sich in den Film einzuarbeiten und die Atmosphäre aufzusaugen. Anspruchsvolles Blockbusterkino darf und sollte genau so aussehen.
9/10
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