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Montag, 7. Juni 2010
The Messenger (plus weitere Bewertungen)
dopo, 16:02h

Eine Todesnachricht den Angehörigen des Verstorbenen zu überbringen ist eine harte Aufgabe und verlangt vom Ausführenden eine große emotionale Stabilität ab. Die US-Army erwartet vom Protagonisten Will in seinen letzten drei Monaten Dienstzeit jedoch noch viel mehr. Er übermittelt nicht bloß die Todesnachrichten aus dem Irakkrieg. Will selbst hat im Irak gekämpft, Kameraden vor den eigenen Augen sterben gesehen und durch einen Unfall selbst Verletzungen davon getragen. Eine psychologische und emotionale Bewährungsprobe für den jungen „Kriegshelden“. Problematisch besonders, wenn man sich in eine Empfängerin einer überbrachten Nachricht verliebt, obwohl der Kontakt mit den Angehörigen strengstens untersagt ist.
Hollywood hätte aus dieser überladen wirkenden Ausgangssituation einen Film drehen können, der mit Pathos reichhaltig angereichert, präsentiert worden wäre. Glücklicherweise gelingt es dem Regisseur Oren Moverman mit seinem glänzenden Cast jegliche Überemotion zu vermeiden. Im Gegenteil: Durch das stille Schauspiel werden hochsensible Momente würdevoll und authentisch gezeigt. Sobald sich Ben Foster und Woody Harrelson (grandios gespielt) nach der Arbeit treffen wird der Schmerz, den beide versuchen zu verarbeiten, deutlich. Der psychologische Druck ist schwer zu ertragen. Dabei hätten die Soldaten ebenfalls ärztliche Hilfe nötig, um mit den eigenen Probleme klar zu kommen. Daher werden in den Szenen, in denen die Nachrichten übermittelt werden, nicht nur die Emotionen der Angehörigen in den Mittelpunkt gerückt, sondern auch das verkrampfte „Haltung wahren“ der zwei Soldaten gezeigt. Die Kamera ist ruhig, Schnitte werden sparsam eingesetzt, die leeren Straßen und die Trostlosigkeit damit perfekt eingefangen.
Die Trauer muss verarbeitet werden und manchmal genügt eine einzige Umarmung, um Menschlichkeit und Mitgefühl zu transportieren. In diesen Momenten gibt es keine Regeln oder Ablaufpläne. Jeder Mensch reagiert anders, jeder muss anders behandelt werden. Diese Erkenntnis ist nicht nur für die Angehörigen wichtig, sondern auch für die beiden Soldaten, die ihren Kummer selbst in Alkohol ertränken.
Die leise Hoffnung findet Will bei der Trauernden Olivia. Eine absurde Situation, so absurd wie der Krieg, so absurd wie der Umgang mit den Trauernden und auch den Soldaten, so absurd wie manchmal eben doch das ganze Leben. Hoffnung dagegen ist nie absurd, sondern stärkt sogar einen fast leblosen Geist.
9/10
Weitere Filme:
Sex and the City 2 3/10 – überflüssiges Sequel, das viel Mode aber wenig Story zu bieten hat!
Vincent will Meer 9/10 – bereits im April gesehen, aber heute immer noch ein Geheimtip.
Vergebung 9/10 – famoses Finale einer tollen und extrem spannenden Trilogie!
The Crazies 8/10 – sehr gelungener Horrorfilm, der mit tollen Darstellern, beklemmender Atmosphäre und einem recht realistischen Plot aufwartet.
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Freitag, 21. Mai 2010
Prince of Persia
dopo, 11:47h

Computerspielverfilmungen haben es bei Kritikern und grundsätzlich auch an den Kinokassen schwer. Dabei sind einige Vorlagen oft sehr interessant und versprechen bereits auf dem PC-Monitor einen erlebnisreichen Kinofilm sehen zu können.
Das Abenteuergenre soll mit „Prince of Persia“ bedient werden und die Ausgangssituation der Geschichte lässt eine derartige Platzierung ohne weiteres zu.
Die Schwierigkeit einer solchen Produktion liegt allerdings bereits in der Frage, ob das Computerspiel sehr genau übernommen werden sollte oder eine freie Interpretation für den Großteil des Kinopublikums eine bessere Alternative darstellen würde.
Hier ist es eindeutig: Der Film ist die „nicht interaktive“ Leinwandversion des Computerspiels.
Die Umsetzung gelingt glaubwürdig, die Jump and Run Elemente sind effektiv eingesetzt worden und unterscheiden sich nur in ihrer Ausführung von anderen Actionsequenzen von Filmen des Genres. Der Zeitlupeneffekt in Kampfsequenzen hingegen nervt bis ins Unermessliche. In diesen Momenten wird aus der Hochglanzproduktion ein B-Movie und an einigen Stellen erinnert man sich daher an Action-Mist wie den Power Rangers. Die Umgebung wird unscharf, sodass niemandem auffallen kann, wie günstig diese Szenen produziert worden sind. Allgemein sieht das Set an einigen Stellen sehr billig und damit sehr unauthentisch aus, denn das persische Königreich ist steril, sauber und absolut glattgebügelt. Die Special Effects sind dagegen meist ansehnlich erstellt worden und überzeugen in den Momenten des Zeitsprungs besonders.
Ein weiterer Nervfaktor ist die ursprüngliche 3-D-Produktion des Films. In einer minütlichen Regelmäßigkeit bewegen sich Gegenstände in die Richtung des Zuschauers, ohne irgendeinen Effekt zu erzielen. Billige Effekthascherei ohne dabei den damals gewünschten Effekt zu erzielen. Peinlich!
Das größte Problem des Films ist jedoch die Regie. Mike Newell gelingt es nicht seine Schauspieler effektiv in Szene zu setzen. Ständiges Overacting (die Darsteller bemühen sich redlich) und sinnlose Platzierung von Statisten, teils sogar der Hauptdarsteller zerren an den Nerven des Publikums. Die Entscheidung, auf teils lockere und coole Sprüche zu setzen und sich dabei am Vorbild „Indiana Jones“ zu orientieren, ist verständlich, aber katastrophal umgesetzt worden. Ohne Witz und ohne Coolness kann einfach kein Spruch sitzen. Das Spiel der Schauspieler wirkt aus diesem Grund oft blutleer und hilflos. Das uninspirierte Ende setzt am Ende das saure Sahnehäubchen auf eine misslungene Torte. Ohne jeden Mut wählte man die Leichteste aller Varianten, die ohne eine ansatzweise realistische Konsequenz für die Protagonisten auskommt. Das Gute muss keinen Preis bezahlen, sondern erhält in bester Disney-Manier einfach die größtmögliche Perfektion für die letzten zwei Stunden substanzlose Unterhaltung. Popcornkino hin oder her. Für vollkommen bescheuert lasse ich mich dann ungern verkaufen!
4/10
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Donnerstag, 8. April 2010
Drachenzähmen leicht gemacht
dopo, 20:23h

Animationsfilme erscheinen künftig wohl nur noch in 3D. Nicht immer lohnt sich der Blick durch die Brille und so ist allgemeine Skepsis bei weiteren Veröffentlichungen nicht unbegründet. Die Dreamworks-Animation Studios sind für ihre hochwertigen Animationen bekannt und auch in diesem Fall ist an den technischen Komponenten nichts auszusetzen. Ein größeres Problem stellen meist die Geschichten da. Madagascar und Co. waren häufig nur eine Aneinanderreihung von cartoonartigen Kurzgeschichten. Drachzähmen leicht gemacht glänzt jedoch am allermeisten durch ein durchdachtes Drehbuch.
Der kleine Hicks, der absolut gar nicht in das typische Wickingerbild passen mag, muss sich Anfeindungen insbesondere von seinem Vater Gefallen lassen. Schließlich sticht er nämlich nicht durch Kraft, sondern durch Intelligenz und Mitgefühl hervor. Die Ausgangssituation erinnert also ein wenig an Wickie, hat aber im weiteren Verlauf mit der erfolgreichen Cartoonserie und dem letztjährigen Kinofilm nicht viel gemeinsam. Hicks entdeckt in den größten Feinden der Wickinger, den Drachen, weit mehr als sich jeder Wickinger in den letzten drei Jahrhunderten hätte vorstellen können. Drachen sind nämlich keine bösartigen, menschenfressenden Wesen, sondern wunderbare Kreaturen, die dem Menschen gar nicht so unähnlich sind.
Aus dieser Idee zaubert Dreamworks eine fantastische Abenteuergeschichte, die insbesondere durch ihre Botschaft positiv auffällt. Nicht alles, was anders ist als der „Normalo(-Mensch), ist deswegen schlecht oder weniger wert. Jedoch gehört zum anders sein auch eine ordentliche Portion Mut. Wenn dieser Mut aufgebracht wird, können eigentlich alle Beteiligten nur davon profitieren. Ebenfalls der sogenannte Feind, den man so sehr verachtet, ist bei genauerer Betrachtung nicht immer das, was man erwartet hätte. Allerdings sollte man selbst auch hier den Mut aufbringen und das Risiko eingehen sich damit näher zu beschäftigen, als bloßen traditionsreichen Parolen hinterher zu rennen. Offen für Neues muss man sein. Ja, das kann unbequem sein. Das Ergebnis ist aber auch in diesem Fall sehr wertvoll und ermöglicht ein viel entspannteres Zusammenleben als bislang.
Dem Film ein temporeiches und witziges Actionfeuerwerk mit einem Unterton, an dem sich einige Menschen vielleicht doch mal ein Beispiel nehmen sollten und sich selbst versuchen sollten zu hinterfragen. Es kann nur belohnt werden und manchmal sogar die eigene Welt verändern.
9/10
9/10
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Donnerstag, 1. April 2010
The Blind Side
dopo, 13:56h

Werbeeffekt Oscar! Wenn Sandra Bullock für THE BLIND SIDE keinen Oscar für die beste weibliche Hauptrolle gewonnen hätte, wäre der Film mit großer Wahrscheinlichkeit in Deutschland völlig untergegangen. Sportfilme, speziell von amerikanischen Sportarten interessieren in Deutschland meist keinen Menschen, egal wie erfolgreich sie in den Staaten gelaufen sind. Und so wollten am vergangenen Wochenende knapp 170.000 Besucher die Oscarperformance von Sandra Bullock begutachten.
Selbstverständlich liefert sie eine gute Schauspielleistung ab, jedoch keimt bereits nach kurzer Zeit der Verdacht auf, dass der Preis eher für die Figur (amerikanische Vorzeigemutter) vergeben wurde. Sandra Bullock spielt die Mutter einer natürlich christlichen Familie (inkl. dem ständig aufblitzendem Jesuskreuz an ihrem Hals) als gütige Zicke, die grundsätzlich alles bekommt, was sie möchte. Big Mike, der große Junge aus dem Ghetto findet also bei ihr eine Ersatzmutter sondergleichen. Dabei rückt seine Ghettovergangenheit völlig in den Hintergrund und Gründe für sein Verhalten werden nicht ansatzweise erklärt. Damit wären wir bei Problem Nummer eins von gefühlten 150 des Films: Die Figuren sind dermaßen flach und ohne Tiefgang konstruiert, dass die Entwicklung der Geschichte und Protagonisten fernab der Realität liegen. Unfassbar plakativ und für den dümmsten Menschen der Welt ersichtlich wird dem Zuschauer alles auf dem Silbertablett geliefert. Der Moralzeigefinger hinterlässt dazu schmerzhafte Spuren auf der Bindehaut der Betrachter. Ecken, Kanten oder gar Probleme werden in dem Film ganz einfach umschifft. Man könnte ja zu viel nachdenken müssen und daher verfolgt der Film von Beginn an ein Ziel. Unterhaltung auf ganz niedrigem Niveau.
Dabei betreibt das Drehbuch dezente Werbung für das Christentum. Jeder Ungläubige oder gar Moslem/Jude/Buddhist muss sich danach tatsächlich die Frage stellen, ob er der richtigen Religion angehört. Ein Kreuzzug der unangenehmen Sorte. Worte wie „Gott“, „christlich“ oder „Christ“ fallen dermaßen inflationär, dass man am Ende der Vorstellung enttäuscht ist, ohne Hostie nach Hause zu gehen. Der Film ist voller oberflächlichem Gutmenschentum und verliert sekündlich jegliche Glaubwürdigkeit. Da helfen auch keine Bilder im Abspann der wahren Geschichte, auf die der Film basiert.
Dazu trieft der Film nur so vor Pathos, Kitsch und Happy Family Parolen. Vorhersehbar von A-Z überrascht die Geschichte nicht eine Sekunde lang. 128 Minuten quält man sich durch diesen Mist und wird dabei auch noch von dem neunmalklugen Sohn der Filmmutter genervt. Aufdringliche Kinderrollen, die ((potenziell) werdende) Mütter zu einem „süß“ hinreißen lassen, sollten ebenfalls endgültig vernichtet werden. Ja, der Film ist ein Reinfall. Ein Oscar und fantastische 250 Millionen $ an den amerikanischen Kinokassen machen den Film auch nicht besser! Amen und weg vom Beichtstuhl!
2/10
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Freitag, 26. März 2010
Precious
dopo, 11:30h

Hilflosigkeit, Wut, Verzweiflung und Mitgefühl. Ja, alles Emotionen, die man bei dem Film PRECIOUS durchlebt und zwar durchgehend. Was erwartet man letztlich auch von dem Problemfilm des Kinojahres?! Der Zuschauer sieht das Elend, was Clareece (auch Precious genannt) Tag für Tag am eigenen Leibe erfährt. Sie ist eine stark übergewichtige Analphabetin, die von ihrer eigenen Mutter physisch und psychisch misshandelt wird und das zweite Kind im Altern von 16 Jahren austragen muss. Der Vater ihrer Kinder ist ihr eigener Vater. Ja, ihr eigener Vater vergewaltigt und schwängert die eigene Tochter. Das sollen im weiteren Verlauf aber nicht alle Probleme gewesen sein.
Der Zuschauer wird sofort in die eigene Welt der Protagonistin gestürzt und erfährt schnell wie man das ganze Elend aushalten kann. Ein Sturz in eine Traumwelt lässt so manches Leid zurück. Die Träume von Ruhm und Anerkennung in der Popkultur der späten 80 er Jahre sind bei dem jungen Teenager genauso ausgeprägt, wie bei allen anderen jungen Menschen auch. Doch bleiben ihre Träumereien die einzige Abwechslung in ihrem Leben. Die Gewalt- und Unterdrückungsszenen in ihrer Wohnung gehören zu den schmerzhaftesten Erfahrungen, die man seit langer Zeit im Kino sehen konnte.
Nach der Schulsuspendierung bekommt Precious eine neue Chance in einer Aufbauschule und erfährt dort das erste Mal die Werte Zusammenhalt, Freundschaft und Liebe.
Die Probleme und die Ausgangssituation scheinen die perfekten Zutaten für einen Kitsch-Streifen á la „Vom Tellerwäscher zum Millionär“ zu sein. Dieser Gefallen wird dem unterhaltungssüchtigen Mainstream dankenswerterweise nicht gemacht. Der Film ist viel mehr eine tiefe Charakterstudie, sucht nach Gründen von Gewalt und zeigt ebenfalls Alternativen und Auswege auf. Es wird deutlich: Ohne soziales Engagement von außen wird es schwierig die Schraube ansatzweise zurück zu drehen und so gelingt auch Precious nur teilweise der Ausbruch.
Schauspielerisch bewegt sich der Film auf höchstem Niveau. Newcomer Gabourey Sidibe spielt ihr Leid sehr intensiv, Komikerin (!!!) Mo`nique gibt der grässlichen Mutter ein vielschichtiges Gesicht und Paula Patton symbolisiert als Lehrerin den rettenden Anker mit einer leichtfüßigen, würdevollen Ausstrahlung.
Der Film ist hart an der emotionalen Schmerzgrenze inszeniert worden. Gerade das macht ihn so unfassbar wichtig. Denn Schicksale wie diese finden wir auch in unseren Großstädten und das darf man nicht hinnehmen. Die Botschaft ist klar: Jedes Leben ist kostbar und jeder von uns hat nur dieses eine Einzige!
10/10
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Sonntag, 7. März 2010
Alice im Wunderland (3D)
dopo, 22:16h
Meisterregisseur Tim Burton und Schauspieler Johnny Depp haben uns in den letzten Jahren großartige Filme, nein Meisterwerke beschert. Seit nun mehr als zwei Jahren wartete ich auf die Verfilmung von „Alice im Wunderland“, die auch noch mit 3D-Effekt zu bestaunen sein sollte. Erste Bilder vom Set des Films versprachen ein schräges Feuerwerk, wie es nur ein Tim Burton abbrennen kann. Die Frage schien daher längst beantwortet zu sein, ob die Schrägheit von „Charlie und die Schokoladenfabrik“ oder auch von „Big Fish“ nochmals überboten werden könnte.
Auch bei Betrachtung des Films möchte man nach den ersten 20 Minuten dies bejahen. Sofern man hinter die Fassade der bunten Welt schaut, fällt auf, dass man auf einen recht einfachen Trick reingefallen ist. Der Beginn ist sensationell spießbürgerlich inszeniert worden, sodass bereits jeder Farbtupfer einen Angriff auf die Netzhaut darstellt. Sobald man sich im Wunderland eingelebt hat, erlebt der Zuschauer jedoch keine weitere Überraschung mehr. Nach nicht einmal 40 Minuten hat man eigentlich alles gesehen, was es zu sehen geben sollte: Der übergroße Kopf von der roten Königin (Highlight in diesem Film: Helena Bonham Carter), eine bunte, wenn auch recht sterile Welt und natürlich Johnny Depp als Hutmacher. Johnny Depp überrascht aber keineswegs und kann mit der Symbiose aus seinen letzten Rollen bei mir nicht wirklich überzeugen!
Sobald Alice die Mission zugeteilt wird, gleitet der Film in Belanglosigkeiten ab und Spannung wird im Keim erstickt. Hier wurde viel Potenzial verschenkt; schließlich hätten die Änderungen dem Film einen neuen Impuls geben können und damit auch mehr Tempo. Trotz eigentlich knackiger Laufzeit von 108 Minuten (inkl. Abspann) hat der Film einige Längen und der Blick auf die Uhr wird nur durch die 3D Brille erschwert. Dabei könnte man diese getrost im Kinofoyer liegen lassen, denn diesen Film muss man nicht in 3D gesehen haben. Viel zu wenig wird man in die Welt hineingezogen, sodass sich 3 Euro Aufpreis wahrlich nicht lohnen. Mag sein, dass man seit Avatar in Bezug auf Räumlichkeit verwöhnt worden ist, aber daran müssen sich die Macher nun mal im Ansatz messen lassen. Das größte Problem ist allerdings die fehlende Atmosphäre; Zauber ist hier selten vorhanden!
Am Ende steht das Wort Enttäuschung im Raum. Selbstverständlich ist der Film noch über der durchschnittlichen Hollywood-Blockbuster Qualität erhaben. Nur sollte das für einen Tim Burton nun wirklich kein Maßstab sein, Blick durch die Brille hin oder her!
6/10
Auch bei Betrachtung des Films möchte man nach den ersten 20 Minuten dies bejahen. Sofern man hinter die Fassade der bunten Welt schaut, fällt auf, dass man auf einen recht einfachen Trick reingefallen ist. Der Beginn ist sensationell spießbürgerlich inszeniert worden, sodass bereits jeder Farbtupfer einen Angriff auf die Netzhaut darstellt. Sobald man sich im Wunderland eingelebt hat, erlebt der Zuschauer jedoch keine weitere Überraschung mehr. Nach nicht einmal 40 Minuten hat man eigentlich alles gesehen, was es zu sehen geben sollte: Der übergroße Kopf von der roten Königin (Highlight in diesem Film: Helena Bonham Carter), eine bunte, wenn auch recht sterile Welt und natürlich Johnny Depp als Hutmacher. Johnny Depp überrascht aber keineswegs und kann mit der Symbiose aus seinen letzten Rollen bei mir nicht wirklich überzeugen!
Sobald Alice die Mission zugeteilt wird, gleitet der Film in Belanglosigkeiten ab und Spannung wird im Keim erstickt. Hier wurde viel Potenzial verschenkt; schließlich hätten die Änderungen dem Film einen neuen Impuls geben können und damit auch mehr Tempo. Trotz eigentlich knackiger Laufzeit von 108 Minuten (inkl. Abspann) hat der Film einige Längen und der Blick auf die Uhr wird nur durch die 3D Brille erschwert. Dabei könnte man diese getrost im Kinofoyer liegen lassen, denn diesen Film muss man nicht in 3D gesehen haben. Viel zu wenig wird man in die Welt hineingezogen, sodass sich 3 Euro Aufpreis wahrlich nicht lohnen. Mag sein, dass man seit Avatar in Bezug auf Räumlichkeit verwöhnt worden ist, aber daran müssen sich die Macher nun mal im Ansatz messen lassen. Das größte Problem ist allerdings die fehlende Atmosphäre; Zauber ist hier selten vorhanden!
Am Ende steht das Wort Enttäuschung im Raum. Selbstverständlich ist der Film noch über der durchschnittlichen Hollywood-Blockbuster Qualität erhaben. Nur sollte das für einen Tim Burton nun wirklich kein Maßstab sein, Blick durch die Brille hin oder her!
6/10
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Donnerstag, 4. März 2010
Shutter Island
dopo, 18:44h
Seit Monaten knabbere ich mir die Fingernägel beim Trailer schon ab und so sollte es doch dann auch bitte beim Film sein. Psycho-Horror-Mystery-Thriller benötigen zu aller erst eine beklemmende Atmosphäre, um den Zuschauer in eine Grundschockstarre zu versetzen (Für mich ist immer noch THE RING einer der Filme, der mehr als die Hälfte des Schreckens bloß über die Atmosphäre transportiert). Shutter Island fackelt gar nicht lange, sondern stürzt sich sofort in die Geschichte und nach wenigen Minuten sitze ich schon tief im Sessel – was für eine Filmmusik, fantastische Bilder und ein Set zum niederknien.
Leonardo DiCaprio sucht also eine Vermisste in einer Heilanstalt für Schwerstkriminelle und entdeckt bei seinen Recherchen frühzeitig einige Abgründe. Mehr sollte zu der Geschichte nicht gesagt werden, dessen Auflösung leider bereits ab der Hälfte des Films vorhersehbar ist (es gibt am Ende einfach nur noch zwei Optionen). Viel wichtiger ist die Schauspielleistung. Jede noch so kleine Nebenrolle ist beängstigend gut gespielt und insbesondere DiCaprio läuft zur absoluten Höchstform auf. Die Kameraführung ist oscarreif und erzeugt eine tiefere Raumbildung als die meisten 3D Produktionen. Vor lauter Begeisterung übersieht man dann gerne diverse Längen, die der Film zweifelsohne hat. Die Story läuft immer mal wieder einen Haken zu viel und wird ungeduldige Zuschauer zur Weißglut treiben.
Das Endergebnis bleibt aber ein sehr guter Thriller, von einem Meisterwerk, wie man es von Scorsese fast schon gewohnt ist, kann jedoch nicht die Rede sein. Immerhin: die letzten 30 Sekunden geben der letztlich recht glatten Auflösung dann doch mehr Tiefgang, sodass man den Film getrost ein zweites Mal schauen kann.
8/10
Leonardo DiCaprio sucht also eine Vermisste in einer Heilanstalt für Schwerstkriminelle und entdeckt bei seinen Recherchen frühzeitig einige Abgründe. Mehr sollte zu der Geschichte nicht gesagt werden, dessen Auflösung leider bereits ab der Hälfte des Films vorhersehbar ist (es gibt am Ende einfach nur noch zwei Optionen). Viel wichtiger ist die Schauspielleistung. Jede noch so kleine Nebenrolle ist beängstigend gut gespielt und insbesondere DiCaprio läuft zur absoluten Höchstform auf. Die Kameraführung ist oscarreif und erzeugt eine tiefere Raumbildung als die meisten 3D Produktionen. Vor lauter Begeisterung übersieht man dann gerne diverse Längen, die der Film zweifelsohne hat. Die Story läuft immer mal wieder einen Haken zu viel und wird ungeduldige Zuschauer zur Weißglut treiben.
Das Endergebnis bleibt aber ein sehr guter Thriller, von einem Meisterwerk, wie man es von Scorsese fast schon gewohnt ist, kann jedoch nicht die Rede sein. Immerhin: die letzten 30 Sekunden geben der letztlich recht glatten Auflösung dann doch mehr Tiefgang, sodass man den Film getrost ein zweites Mal schauen kann.
8/10
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Dienstag, 16. Februar 2010
Up in the Air/Percy Jackson/Valentinstag
dopo, 17:24h
Über die Tage war es nicht möglich für alle drei Filme einen ausführlichen Beitrag zu schreiben, sodass jeder Film nur eine Kurzkritik bekommt.
George Clooney ist mittlerweile für mich ein Garant für anspruchsvolle Kinounterhaltung geworden. UP IN THE AIR enttäuscht mich dabei keineswegs und führt die Serie der guten Filmen in seiner Filmographie konsequent fort.
Die Kombination aus Drehbuch, Regie (Jason Reitman´s dritter toller Film) und Schauspielleistung der drei Darsteller machen diesen Film zum Must-See für jeden Kinofan, da er einfach den Zeitgeist trifft. Wirtschaft trifft auf persönliche Tragödien und umgekehrt. Amüsant und aufweckend zugleich!
9/10
Nachdem der „Herr der Ringe“ und „Harry Potter“ Anfang des letzten Jahrzehntes die große Ära der Fantasyreihen eröffnet hatte, wurden immer wieder Buchreihen in zur Verfilmung frei gegeben. Die Rechnung des „Franchisens“ ging dabei immer seltener auf. Künstlerische und kommerzielle Flops wie ERAGON oder DER GOLDENE KOMPASS werden daher keine weitere Folge erhalten. Nun beginnt die Zeit von Percy Jackson und die Frage bleibt offen, in welcher Reihe sich die Filme ansiedeln werden.
Das Konzept darf eigentlich nicht von Erfolg gekrönt sein. Hastig zusammengeschustertes Drehbuch, nervige und pseudocoole Dialoge und ein Fehlen von Atmosphäre machen jeglichen Filmgenuss zu Nichte. Ob die vier weiteren Bücher verfilmt werden bleibt daher fraglich. An den weltweiten Kinokassen konnten keine umwerfenden Ergebnisse berichtet werden. Manchmal bleibt das Publikum dann doch der beste und härteste Kritiker.
3/10
Episodenfilme mit prominenter Besetzung sind ähnlich beliebt, wie Fantasy-Franchises und erfreuen sich auch nicht selten an guten Besucherzahlen. Dieser Film dreht sich also noch mehr um die Liebe als andere Liebeskomödien. Hier steht schließlich der Tag der Liebe im Vordergrund.
Bis auf wenige Ausnahmen springt der Funken der Liebe aber zu keiner Zeit auf die Zuschauer. Dafür sind einige Geschichten einfach zu weit weg von der Realität oder zu langweilig inszeniert. Da kann ein überraschender Twist gegen Ende des Films auch nichts mehr daran ändern. Die Romantik wird dem Kitsch geopfert oder erst gar nicht inszeniert. Da schaue ich viel lieber noch ein weiteres Mal „Tatsächlich Liebe“. Hier spüre ich die Liebe jedenfalls. Am Valentinstag wird irgendwie nur darüber gesprochen!
4/10
George Clooney ist mittlerweile für mich ein Garant für anspruchsvolle Kinounterhaltung geworden. UP IN THE AIR enttäuscht mich dabei keineswegs und führt die Serie der guten Filmen in seiner Filmographie konsequent fort.
Die Kombination aus Drehbuch, Regie (Jason Reitman´s dritter toller Film) und Schauspielleistung der drei Darsteller machen diesen Film zum Must-See für jeden Kinofan, da er einfach den Zeitgeist trifft. Wirtschaft trifft auf persönliche Tragödien und umgekehrt. Amüsant und aufweckend zugleich!
9/10
Nachdem der „Herr der Ringe“ und „Harry Potter“ Anfang des letzten Jahrzehntes die große Ära der Fantasyreihen eröffnet hatte, wurden immer wieder Buchreihen in zur Verfilmung frei gegeben. Die Rechnung des „Franchisens“ ging dabei immer seltener auf. Künstlerische und kommerzielle Flops wie ERAGON oder DER GOLDENE KOMPASS werden daher keine weitere Folge erhalten. Nun beginnt die Zeit von Percy Jackson und die Frage bleibt offen, in welcher Reihe sich die Filme ansiedeln werden.
Das Konzept darf eigentlich nicht von Erfolg gekrönt sein. Hastig zusammengeschustertes Drehbuch, nervige und pseudocoole Dialoge und ein Fehlen von Atmosphäre machen jeglichen Filmgenuss zu Nichte. Ob die vier weiteren Bücher verfilmt werden bleibt daher fraglich. An den weltweiten Kinokassen konnten keine umwerfenden Ergebnisse berichtet werden. Manchmal bleibt das Publikum dann doch der beste und härteste Kritiker.
3/10
Episodenfilme mit prominenter Besetzung sind ähnlich beliebt, wie Fantasy-Franchises und erfreuen sich auch nicht selten an guten Besucherzahlen. Dieser Film dreht sich also noch mehr um die Liebe als andere Liebeskomödien. Hier steht schließlich der Tag der Liebe im Vordergrund.
Bis auf wenige Ausnahmen springt der Funken der Liebe aber zu keiner Zeit auf die Zuschauer. Dafür sind einige Geschichten einfach zu weit weg von der Realität oder zu langweilig inszeniert. Da kann ein überraschender Twist gegen Ende des Films auch nichts mehr daran ändern. Die Romantik wird dem Kitsch geopfert oder erst gar nicht inszeniert. Da schaue ich viel lieber noch ein weiteres Mal „Tatsächlich Liebe“. Hier spüre ich die Liebe jedenfalls. Am Valentinstag wird irgendwie nur darüber gesprochen!
4/10
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Dienstag, 9. Februar 2010
Zeiten ändern dich
dopo, 13:37h
Der Abend sollte die Apokalypse für meine Kinokarriere bedeuten. Mit geducktem Kopf ging es an den Platzanweisern vorbei und mit mulmigen Gefühl in den Kinosaal. Ja, die Schamgrenze den Bushido-Film zu sehen war recht groß, aber aus großer Freundschaft bin ich mit gegangen, weil diese Person für mich Gleiches in Kauf nehmen würde. Trotz Übertreten der Schamgrenze, was eindeutig am restlichen Publikum lag (auch das versuchte ich gekonnt schön zu reden), versuchte ich mir eine gewisse Unvoreingenommenheit zu wahren. Meine gewollt neutrale Haltung sollte belohnt werden.
Vorab aber noch eine Information, bevor im Ansatz etwas falsch verstanden werden könnte. Bushido wird in diesem Leben kein Schauspieler mehr werden! In einigen Szenen ist das Unvermögen Emotionen zu vermitteln arg peinlich. Jedoch gibt es auch Momente, die enorm authentisch inszeniert worden sind und die Lebensgeschichte glaubwürdig auf die Leinwand bringen.
Es wäre ein Leichtes diesen Film wirklich schlecht zu finden, jedoch würde man sich demnach nur den recht einfach gehaltenen Anti-Parolen der restlichen Medien unterordnen. Hip Hop ist nicht jedermanns Sache, darf aber deswegen kein Kriterium für einen Film darstellen, der genau in diesem Metier seine Schauplätze findet. Für Fans wird es also ein Segen sein, einige alte Songs im Zusammenhang mit der Entstehungsgeschichte zu sehen und dazu ein paar neue Tracks geliefert zu bekommen.
Hannelore Elsner mimt dafür die Mutter einfach gut, Moritz Bleibtreu spielt entweder wieder sich selbst oder es ist einfach die perfekte Art von Rolle, die der Schauspieler braucht. Bushidos Vater ist ein gebrochener Mann, sein ursprünglicher Manager die Art Kotzbrocken, die man sich für das verlogene Geschäft vorstellt. Ja, hier werden Klischees bedient, die häufig arg an der Grenze sind, aber ehrlich: Sie funktionieren.
Hip Hop selbst lebt ständig von Klischees und Posen, sodass es letztlich gar keine Rolle spielt, was der Wahrheit entspricht und was nicht. Angenehm ist dabei, dass sich die Klischees auf deutsche Gegebenheiten beschränkt und mit US-Amerikanischen Szenarien wie Schießereien oder Prostitution dankenswerterweise nicht in Berührung kommen.
Uli Edel und Bernd Eichinger verstehen ihr Handwerk und liefern ein Hochglanzprodukt der deutschen Hip Hop Welt. Der Film ist weitaus harmloser als man im Vorfeld gedacht hätte. Die Jugendfreigabe von 12 Jahren sollte profitfördernd erreicht werden. Was bleibt ist ein Film, der keinerlei Diskussion Wert ist. Dafür ist er weder gut noch schlecht genug.
6/10
Vorab aber noch eine Information, bevor im Ansatz etwas falsch verstanden werden könnte. Bushido wird in diesem Leben kein Schauspieler mehr werden! In einigen Szenen ist das Unvermögen Emotionen zu vermitteln arg peinlich. Jedoch gibt es auch Momente, die enorm authentisch inszeniert worden sind und die Lebensgeschichte glaubwürdig auf die Leinwand bringen.
Es wäre ein Leichtes diesen Film wirklich schlecht zu finden, jedoch würde man sich demnach nur den recht einfach gehaltenen Anti-Parolen der restlichen Medien unterordnen. Hip Hop ist nicht jedermanns Sache, darf aber deswegen kein Kriterium für einen Film darstellen, der genau in diesem Metier seine Schauplätze findet. Für Fans wird es also ein Segen sein, einige alte Songs im Zusammenhang mit der Entstehungsgeschichte zu sehen und dazu ein paar neue Tracks geliefert zu bekommen.
Hannelore Elsner mimt dafür die Mutter einfach gut, Moritz Bleibtreu spielt entweder wieder sich selbst oder es ist einfach die perfekte Art von Rolle, die der Schauspieler braucht. Bushidos Vater ist ein gebrochener Mann, sein ursprünglicher Manager die Art Kotzbrocken, die man sich für das verlogene Geschäft vorstellt. Ja, hier werden Klischees bedient, die häufig arg an der Grenze sind, aber ehrlich: Sie funktionieren.
Hip Hop selbst lebt ständig von Klischees und Posen, sodass es letztlich gar keine Rolle spielt, was der Wahrheit entspricht und was nicht. Angenehm ist dabei, dass sich die Klischees auf deutsche Gegebenheiten beschränkt und mit US-Amerikanischen Szenarien wie Schießereien oder Prostitution dankenswerterweise nicht in Berührung kommen.
Uli Edel und Bernd Eichinger verstehen ihr Handwerk und liefern ein Hochglanzprodukt der deutschen Hip Hop Welt. Der Film ist weitaus harmloser als man im Vorfeld gedacht hätte. Die Jugendfreigabe von 12 Jahren sollte profitfördernd erreicht werden. Was bleibt ist ein Film, der keinerlei Diskussion Wert ist. Dafür ist er weder gut noch schlecht genug.
6/10
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Freitag, 29. Januar 2010
New York, I love you
dopo, 15:41h
New York ist vielleicht DIE Stadt, die mit Abstand am häufigsten Ort des Geschehens in Hollywood´s Filmen ist. Selbst als Europäer hat man den Eindruck die Stadt in- und auswendig zu kennen. Jede Ecke ist vertraut und irgendwie will ich nach einem New Yorker-Film einfach mal durch den Central Park laufen. Irgendwann wird es so weit sein.
„New York, I love you“ ist also der zweite Teil der „Städte und Liebe“ Reihe. Allerhand Kurzfilme werden zu einem ganzen Film zusammengeschnitten und spiegeln den Alltag der New Yorker wieder. Liebe ist überall und immer in einer anderen Form vorhanden. Eine Figur filmt dabei in einem Restaurant und auf der Straße, was in New York passiert. Sie ist damit der ungenannte und auch stumme Erzähler des Films, was am Ende deutlich hervorgehoben wird.
Die Kurzfilme sind allesamt von einem anderen Regisseur inszeniert worden. Die unterschiedliche Art Bilder auf die Leinwand zu bannen ist klar zu erkennen, ohne dabei störend auf den Zuschauer zu wirken. Die Abwechslung tut eigentlich sogar ganz gut. Problematisch sind jedoch die Geschichten, die erzählt werden sollen. Einige Male ergibt sich auf Anhieb wenig Sinn und das Prädikat „künstlerisch wertvoll“ klebt ziemlich nervig wie Kaugummi an einigen Beiträgen. Der Erzählfluss wird dadurch leider gestört, insbesondere weil andere Geschichten dagegen belanglos und zu kurz erzählt werden. Weniger Filme mit einer größeren erzählerischen Tiefe hätten dem Film mehr Qualität gegeben.
Die größte Enttäuschung ist aber New York selbst. Ein Film, der als Liebeserklärung an eine Stadt gedacht ist, zeigt nur die Standardecken. Alles schon mal gesehen, keine besondere Atmosphäre und zum größten Teil hätten die Geschichte in jeder anderen Stadt auf diesem Planeten spielen können. Namedropping der feinsten Sorte. Was bleibt sind drei Episoden, die in Erinnerung bleiben und ein weiterer Kurzfilm, der das Prädikat „nett/süß, aber belanglos“ bekommt. Für einen großartigen Kinoabend reicht das nicht, zu viel Potenzial wurde einfach verschenkt. Beim nächsten Mal bitte wieder einen echten Erzähler ans Werk lassen, der auch mit der Handkamera das Wesentliche einfängt.
5/10
„New York, I love you“ ist also der zweite Teil der „Städte und Liebe“ Reihe. Allerhand Kurzfilme werden zu einem ganzen Film zusammengeschnitten und spiegeln den Alltag der New Yorker wieder. Liebe ist überall und immer in einer anderen Form vorhanden. Eine Figur filmt dabei in einem Restaurant und auf der Straße, was in New York passiert. Sie ist damit der ungenannte und auch stumme Erzähler des Films, was am Ende deutlich hervorgehoben wird.
Die Kurzfilme sind allesamt von einem anderen Regisseur inszeniert worden. Die unterschiedliche Art Bilder auf die Leinwand zu bannen ist klar zu erkennen, ohne dabei störend auf den Zuschauer zu wirken. Die Abwechslung tut eigentlich sogar ganz gut. Problematisch sind jedoch die Geschichten, die erzählt werden sollen. Einige Male ergibt sich auf Anhieb wenig Sinn und das Prädikat „künstlerisch wertvoll“ klebt ziemlich nervig wie Kaugummi an einigen Beiträgen. Der Erzählfluss wird dadurch leider gestört, insbesondere weil andere Geschichten dagegen belanglos und zu kurz erzählt werden. Weniger Filme mit einer größeren erzählerischen Tiefe hätten dem Film mehr Qualität gegeben.
Die größte Enttäuschung ist aber New York selbst. Ein Film, der als Liebeserklärung an eine Stadt gedacht ist, zeigt nur die Standardecken. Alles schon mal gesehen, keine besondere Atmosphäre und zum größten Teil hätten die Geschichte in jeder anderen Stadt auf diesem Planeten spielen können. Namedropping der feinsten Sorte. Was bleibt sind drei Episoden, die in Erinnerung bleiben und ein weiterer Kurzfilm, der das Prädikat „nett/süß, aber belanglos“ bekommt. Für einen großartigen Kinoabend reicht das nicht, zu viel Potenzial wurde einfach verschenkt. Beim nächsten Mal bitte wieder einen echten Erzähler ans Werk lassen, der auch mit der Handkamera das Wesentliche einfängt.
5/10
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Donnerstag, 28. Januar 2010
Sherlock Holmes
dopo, 13:01h
Grundsätzlich bin ich nicht gegen Neuverfilmungen oder Neuinterpretationen, wie sie auch gerne genannt werden. Hollywood hat auch für die kommenden 12 Monate einiges angekündigt, was es eigentlich vor Jahren schon einmal im Kino gegeben hat. Den Fortsetzungsreigen eröffnet in Deutschland also Sherlock Holmes, der vielleicht bekannteste Pfeifenraucher. Guy Ritchie inszeniert den Film als großes Actionspektakel. Das ist nicht sonderlich überraschend, sondern war dank der zahlreichen Trailer auch so zu erwarten.
Das Set (London im 19. Jahrhundert) ist detailliert gebaut worden und man erkennt, welche Arbeit sich das Team um Guy Ritchie tatsächlich gemacht hat. Jedoch sieht man insbesondere bei Kamerafahrten, die das Stadtpanorama einfangen sollen, wo ein höheres Budget noch hätte aushelfen können. Optische Wermutstropfen sind grundsätzlich zu verschmerzen, wenn der Film eine schlüssige Geschichte erzählt und einfach Spaß macht. Beide Kriterien werden leider nicht im Ansatz erfüllt. Die Geschichte wirkt grundsätzlich unglaubwürdig (Fantasie hin oder her) und viel zu häufig passiert noch ein betont unvorhersehbares Ereignis, was Sherlock in Flashbacks analysiert und immer ohne Mühen dazu eine schlüssige Lösung in Sekunden parat hat.
Selbst diese Punkte könnten mit einer großen Portion Toleranz noch überdeckt werden, hätte der Film nicht ein grundlegendes Problem mit dem Erzähltempo. Der Film ist einfach öde und für die bescheidene Geschichte viel zu lang. Von dieser Tatsache versuchen die Macher jedoch abzulenken. Allzu erzwungene witzige Dialoge, flotte Musik im Hintergrund und irgendwie durchgehend Schauspieler, die im Overacting gefangen zu sein scheinen, täuschen nicht darüber hinweg, dass man sich schlichtweg langweilt. Spannung kommt daher auch nicht auf und je länger die Geschichte voranschreitet, desto gleichgültiger wird das Trauerspiel auf der Leinwand.
Kurz gesagt: Der finanzielle Erfolg an den Kinokassen der Welt (und mit Sicherheit auch in Deutschland) ist wohl wieder mal der gigantischen Werbekampagne zu danken. Ein zweiter Teil ist bereits in Planung. Mensch, hätte Sherlock diesen Fall doch mal abgegeben. Seinem Image hätte es gut getan.
3/10
Das Set (London im 19. Jahrhundert) ist detailliert gebaut worden und man erkennt, welche Arbeit sich das Team um Guy Ritchie tatsächlich gemacht hat. Jedoch sieht man insbesondere bei Kamerafahrten, die das Stadtpanorama einfangen sollen, wo ein höheres Budget noch hätte aushelfen können. Optische Wermutstropfen sind grundsätzlich zu verschmerzen, wenn der Film eine schlüssige Geschichte erzählt und einfach Spaß macht. Beide Kriterien werden leider nicht im Ansatz erfüllt. Die Geschichte wirkt grundsätzlich unglaubwürdig (Fantasie hin oder her) und viel zu häufig passiert noch ein betont unvorhersehbares Ereignis, was Sherlock in Flashbacks analysiert und immer ohne Mühen dazu eine schlüssige Lösung in Sekunden parat hat.
Selbst diese Punkte könnten mit einer großen Portion Toleranz noch überdeckt werden, hätte der Film nicht ein grundlegendes Problem mit dem Erzähltempo. Der Film ist einfach öde und für die bescheidene Geschichte viel zu lang. Von dieser Tatsache versuchen die Macher jedoch abzulenken. Allzu erzwungene witzige Dialoge, flotte Musik im Hintergrund und irgendwie durchgehend Schauspieler, die im Overacting gefangen zu sein scheinen, täuschen nicht darüber hinweg, dass man sich schlichtweg langweilt. Spannung kommt daher auch nicht auf und je länger die Geschichte voranschreitet, desto gleichgültiger wird das Trauerspiel auf der Leinwand.
Kurz gesagt: Der finanzielle Erfolg an den Kinokassen der Welt (und mit Sicherheit auch in Deutschland) ist wohl wieder mal der gigantischen Werbekampagne zu danken. Ein zweiter Teil ist bereits in Planung. Mensch, hätte Sherlock diesen Fall doch mal abgegeben. Seinem Image hätte es gut getan.
3/10
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Freitag, 22. Januar 2010
Same Same, but different
dopo, 01:18h
Das Kinojahr 2009 war ein Rekordjahr für den deutschen Film. Seit der Wiedervereinigung haben die Deutschen noch nie so häufig ein Ticket für deutsche Filme gelöst. Ich bin ebenso dabei den deutschen Anteil im Jahr 2010 weiter auf Rekordkurs zu halten und so ist dies bereits der vierte deutsche Film, den ich dieses Jahr im Kino schaue. Bislang war alles immer zu meiner Zufriedenheit, doch jede Glückssträhne hat ein Ende. Alles andere als überzeugen konnte der neue Film von Detlev Buck, der sich jetzt etwas befremdlich nur noch als BUCK präsentiert.
Der Film nimmt uns mit auf eine Reise nach Kambodscha – ein Land, was nicht wirklich oft auf der Leinwand gezeigt wird. Ohne falsche Fernwehromantik werden hier klar die Missstände aufgezeigt, die für uns verwöhnte Europäer völlig unwürdig erscheinen. Über schmutzige Straßen und Städte werde ich mich jedenfalls so schnell nicht mehr beschweren. Allgemein ist die Bildsprache sehr authentisch und beschönt nichts. Der Effekt ist bewusst gewählt. Der Zuschauer wird Benjamin niemals wirklich verstehen, warum er so an diesem Ort hängt. Klar, er hat hier die Liebe seines Lebens gefunden. Doch genau an dieser Stelle zeigt sich das große Manko des Films und dieses trägt einen Namen. David Kross.
Mir bleibt schleierhaft, warum genau er diese Rolle zugeteilt bekommen hat. Es lässt sich nicht leugnen, dass er eine gewisse Naivität ausstrahlt, die Benjamin wohl auch wirklich in sich trug. Jedoch bleibt dabei die restliche Schauspielerei auf der Strecke und Detlev Buck hat es nicht geschafft mehr aus ihm heraus zu holen. Seine Darstellung bleibt konstant nur an der Oberfläche, während Apinya Sakuljaroensuk (Sreykeo) ihrer Rolle eine Intensität verleiht, die mich nur staunend zurück ließ. Genau dieser Gegensatz in der schauspielerischen Leistung macht dem Film zu schaffen und entzieht ihm damit ein Stück Glaubwürdigkeit. Dies ist besonders tragisch, da die Geschichte auf einer wahren Begebenheit basiert. Glaubwürdigkeit ist hier das oberste Gebot.
Die Botschaft des Films ist nicht nur gut gemeint, sondern durchaus wichtig und zeigt in den heutigen Tagen, dass es noch einige Ecken auf der Welt gibt, die unsere Hilfe benötigen – fernab von Regionen, die durch Umweltkatastrophen in unser Bewusstsein gerufen werden. Dennoch braucht man dafür das notwendige schauspielerische Potenzial und David Kross ist noch weit davon entfernt einen Film komplett zu tragen, so aufregend die Bilder auch sein mögen.
5/10
Der Film nimmt uns mit auf eine Reise nach Kambodscha – ein Land, was nicht wirklich oft auf der Leinwand gezeigt wird. Ohne falsche Fernwehromantik werden hier klar die Missstände aufgezeigt, die für uns verwöhnte Europäer völlig unwürdig erscheinen. Über schmutzige Straßen und Städte werde ich mich jedenfalls so schnell nicht mehr beschweren. Allgemein ist die Bildsprache sehr authentisch und beschönt nichts. Der Effekt ist bewusst gewählt. Der Zuschauer wird Benjamin niemals wirklich verstehen, warum er so an diesem Ort hängt. Klar, er hat hier die Liebe seines Lebens gefunden. Doch genau an dieser Stelle zeigt sich das große Manko des Films und dieses trägt einen Namen. David Kross.
Mir bleibt schleierhaft, warum genau er diese Rolle zugeteilt bekommen hat. Es lässt sich nicht leugnen, dass er eine gewisse Naivität ausstrahlt, die Benjamin wohl auch wirklich in sich trug. Jedoch bleibt dabei die restliche Schauspielerei auf der Strecke und Detlev Buck hat es nicht geschafft mehr aus ihm heraus zu holen. Seine Darstellung bleibt konstant nur an der Oberfläche, während Apinya Sakuljaroensuk (Sreykeo) ihrer Rolle eine Intensität verleiht, die mich nur staunend zurück ließ. Genau dieser Gegensatz in der schauspielerischen Leistung macht dem Film zu schaffen und entzieht ihm damit ein Stück Glaubwürdigkeit. Dies ist besonders tragisch, da die Geschichte auf einer wahren Begebenheit basiert. Glaubwürdigkeit ist hier das oberste Gebot.
Die Botschaft des Films ist nicht nur gut gemeint, sondern durchaus wichtig und zeigt in den heutigen Tagen, dass es noch einige Ecken auf der Welt gibt, die unsere Hilfe benötigen – fernab von Regionen, die durch Umweltkatastrophen in unser Bewusstsein gerufen werden. Dennoch braucht man dafür das notwendige schauspielerische Potenzial und David Kross ist noch weit davon entfernt einen Film komplett zu tragen, so aufregend die Bilder auch sein mögen.
5/10
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Sonntag, 17. Januar 2010
Friendship!
dopo, 15:15h
Trailer, Plakate und Zeitungsartikel erschaffen bei Kinofilmen immer eine gewisse Erwartungshaltung, mit der jeder Besucher das Kino betritt. Insbesondere bei Komödien verlässt man häufig enttäuscht den Kinosaal – „Ich hab alle Gags ja schon im Trailer gesehen“. Ebenso können Thriller oder Actionfilme den eigenen Anforderungen selten absolut entsprechen. Verschwörungen oder Verwicklungen werden meist zu simpel aufgelöst. Umso schöner ist das absolute Gegenteil dieses Effektes. Die absolute, positive Überraschung und mit dieser haben wir es bei FRIENDSHIP zu tun.
Ich habe eine recht flache, dennoch witzige und harmlose Road-Movie-Komödie erwartet, die mit typischen DDR-Klischees aufwartet und skurrile Momente bereithält. Im Grunde genommen waren die Erwartungen nicht falsch, jedoch viel zu oberflächlich definiert. Denn der Film erschafft eine Grundstimmung, die zwar belebend, aber dennoch von einer Melancholie vorangetrieben wird. Die Schauspieler agieren authentisch, auch wenn die ostdeutsche Herkunft nicht 100% abgenommen wird. Letztlich spielt dieser Fakt für den Film eigentlich keine Rolle. Ein Ziel oder Traum gemeinsam zu erreichen und dabei Höhen und Tiefen einer Freundschaft zu erleben, stehen im Vordergrund.
Die Reise quer durch die USA ist schön fotografiert und die Bildsprache entwickelt eine Eigendynamik. Die Ankunft in Las Vegas habe ich jedenfalls noch nicht in dieser Art und Weise gesehen. Angetrieben von Zeitdruck bleibt keine Möglichkeit das Spieleparadies zu bewundern. Es ist und bleibt nur eine Durchreisestation mit notwendiger Verdienstmöglichkeit.
Ebenfalls ist es sehr angenehm, dass der Film zu einem Großteil nicht vorhersehbar ist und regelmäßig mit den Sehgewohnheiten spielt. Besonders der Schluss ist ein Schlag in die Magengrube, zementiert letztlich aber die Bedeutung einer wahren Freundschaft und schafft den ernsten Bezug zu der jüngeren deutschen Vergangenheit ohne dabei in Pathos oder aufgesetzten Gefühlen abzudriften. Nein, die Emotionen sind echt! Und genau deswegen trifft der Schluss ins Herz! San Francisco – wir sind da
9/10
Ich habe eine recht flache, dennoch witzige und harmlose Road-Movie-Komödie erwartet, die mit typischen DDR-Klischees aufwartet und skurrile Momente bereithält. Im Grunde genommen waren die Erwartungen nicht falsch, jedoch viel zu oberflächlich definiert. Denn der Film erschafft eine Grundstimmung, die zwar belebend, aber dennoch von einer Melancholie vorangetrieben wird. Die Schauspieler agieren authentisch, auch wenn die ostdeutsche Herkunft nicht 100% abgenommen wird. Letztlich spielt dieser Fakt für den Film eigentlich keine Rolle. Ein Ziel oder Traum gemeinsam zu erreichen und dabei Höhen und Tiefen einer Freundschaft zu erleben, stehen im Vordergrund.
Die Reise quer durch die USA ist schön fotografiert und die Bildsprache entwickelt eine Eigendynamik. Die Ankunft in Las Vegas habe ich jedenfalls noch nicht in dieser Art und Weise gesehen. Angetrieben von Zeitdruck bleibt keine Möglichkeit das Spieleparadies zu bewundern. Es ist und bleibt nur eine Durchreisestation mit notwendiger Verdienstmöglichkeit.
Ebenfalls ist es sehr angenehm, dass der Film zu einem Großteil nicht vorhersehbar ist und regelmäßig mit den Sehgewohnheiten spielt. Besonders der Schluss ist ein Schlag in die Magengrube, zementiert letztlich aber die Bedeutung einer wahren Freundschaft und schafft den ernsten Bezug zu der jüngeren deutschen Vergangenheit ohne dabei in Pathos oder aufgesetzten Gefühlen abzudriften. Nein, die Emotionen sind echt! Und genau deswegen trifft der Schluss ins Herz! San Francisco – wir sind da
9/10
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Dienstag, 12. Januar 2010
Hinter dem Spiegel wartet Fantasie
dopo, 01:24h
Das Kabinett des Dr. Parnassus
Die Kraft der Vorstellungskraft wurde im Kino schon oft zelebriert. Fantasiewelten hinter alltäglichen Gegenständen sind wir auch schon des öfteren begegnet. Geschäfte mit dem Teufel, die niemals zum Vorteil des Geschäftspartners sind wurden auch schon verfilmt. Die Kombination aus diesen drei Elementen ist dagegen neu.
Natürlich überschattet der tragische Tod von Heath Ledger vor gut zwei Jahren diesen Film und wirft damit Schatten voraus. Ein Erwartungsdruck, dem der Film nicht standhalten kann. Das Drehbuch musste umgeschrieben werden, um ein akzeptables Ergebnis zu erschaffen. Das ist durchaus gelungen, auch wenn hin und wieder ein stringenter Faden in der Handlung fehlt. Das liegt aber eher am Grundkonzept des Films und der eigentlichen Einfachheit der Geschichte.
Dr. Parnassus ist also tausende Jahre alt. Unsterblichkeit hat er erlangt. Selbstverständlich wurde ihm diese durch den Teufel höchstpersönlich erteilt. Der Preis jedoch ist viel zu hoch, denn Parnassus muss seine Tochter an ihrem 16. Geburtstag dem Teufel überlassen, wenn dieser nicht noch ein weiteres Spiel mit dem Doktor spielen wollte.
Die imaginäre Traumwelt, die hinter dem sonderbaren Spiegel wartet ist mit einer Fantasie gestaltet, wovon sich einige Filmemacher definitiv inspirieren lassen werden und auch sollten. Hunderte verrückte Ideen sind zwar manchmal eine zu viel, jedoch lässt Regisseur Gilliam der Leinwand einfach mal Luft und Raum. Schließlich gehört er neben Tim Burton zu den großen, unkonventionellen visuellen Visionären der Branche. Das etwas gering ausgefallene Budget kann aber auch er mit Kreativität und Fantasie nicht hinter dem Spiegel verstecken. Der bunte Trip steckt voller Symbole und Botschaften, die manchmal etwas überfordernd auf den Zuschauer einschießen und so manchen abschrecken werden. Mutige Reisende sollten jedoch ganz dringend einen Schritt in die imaginäre Traumwelt wagen.
Hin und wieder setzt der Film sein Konzept nicht konsequent um und bleibt damit hinter seinen Möglichkeiten. Die Tatsache, dass ein Drehbuch ohne den eigentlichen Hauptdarsteller derart glaubwürdig während der Dreharbeiten umgeschrieben wurde, ist dagegen unglaublich. Die Wartezeit bis zu Tim Burtons „Alice im Wunderland“ kann hiermit also wunderbar überbrückt werden.
7/10
Die Kraft der Vorstellungskraft wurde im Kino schon oft zelebriert. Fantasiewelten hinter alltäglichen Gegenständen sind wir auch schon des öfteren begegnet. Geschäfte mit dem Teufel, die niemals zum Vorteil des Geschäftspartners sind wurden auch schon verfilmt. Die Kombination aus diesen drei Elementen ist dagegen neu.
Natürlich überschattet der tragische Tod von Heath Ledger vor gut zwei Jahren diesen Film und wirft damit Schatten voraus. Ein Erwartungsdruck, dem der Film nicht standhalten kann. Das Drehbuch musste umgeschrieben werden, um ein akzeptables Ergebnis zu erschaffen. Das ist durchaus gelungen, auch wenn hin und wieder ein stringenter Faden in der Handlung fehlt. Das liegt aber eher am Grundkonzept des Films und der eigentlichen Einfachheit der Geschichte.
Dr. Parnassus ist also tausende Jahre alt. Unsterblichkeit hat er erlangt. Selbstverständlich wurde ihm diese durch den Teufel höchstpersönlich erteilt. Der Preis jedoch ist viel zu hoch, denn Parnassus muss seine Tochter an ihrem 16. Geburtstag dem Teufel überlassen, wenn dieser nicht noch ein weiteres Spiel mit dem Doktor spielen wollte.
Die imaginäre Traumwelt, die hinter dem sonderbaren Spiegel wartet ist mit einer Fantasie gestaltet, wovon sich einige Filmemacher definitiv inspirieren lassen werden und auch sollten. Hunderte verrückte Ideen sind zwar manchmal eine zu viel, jedoch lässt Regisseur Gilliam der Leinwand einfach mal Luft und Raum. Schließlich gehört er neben Tim Burton zu den großen, unkonventionellen visuellen Visionären der Branche. Das etwas gering ausgefallene Budget kann aber auch er mit Kreativität und Fantasie nicht hinter dem Spiegel verstecken. Der bunte Trip steckt voller Symbole und Botschaften, die manchmal etwas überfordernd auf den Zuschauer einschießen und so manchen abschrecken werden. Mutige Reisende sollten jedoch ganz dringend einen Schritt in die imaginäre Traumwelt wagen.
Hin und wieder setzt der Film sein Konzept nicht konsequent um und bleibt damit hinter seinen Möglichkeiten. Die Tatsache, dass ein Drehbuch ohne den eigentlichen Hauptdarsteller derart glaubwürdig während der Dreharbeiten umgeschrieben wurde, ist dagegen unglaublich. Die Wartezeit bis zu Tim Burtons „Alice im Wunderland“ kann hiermit also wunderbar überbrückt werden.
7/10
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