Sorry, you need system administrator rights for that.


Donnerstag, 7. Oktober 2010
The Town + Kurzkritik Eat Pray Love


Nachdem Ben Affleck´s Regieerstling „Gone Baby Gone“ 2007 schon zu den großen Highlights des Filmjahres zählte, konnte er das hohe Niveau halten und legt jetzt mit „The Town“ ganz einfach den besten Thriller des Jahres aufs Parkett. Dieses Mal spielt er selbst gar die Hauptrolle im Bostoner Gangstermilieu.

Als Mitglied einer professionellen Bankraubtruppe plant Doug MacRay die Überfälle und führt sie ebenfalls mit aus. Bei einem der Raubzüge nehmen sie erstmals eine Geisel, die unversehrt am Strand freigelassen wird. Doug soll Claire (Die Geisel – glänzend gespielt von Rebecca Hall) aufspüren und überprüfen, ob sie sich tatsächlich an kein Gesicht und kein wichtiges Detail des Überfalles erinnern kann. Schnell verliert er sein Herz in die Bankmitarbeiterin und verirrt sich im Zwiespalt zwischen neuen und alten Leben.

Die ganze Inszenierung ist unglaublich überzeugend, die Kameraführung herausragend und die schauspielerische Leistung ist bis in die kleinste Nebenrolle schlichtweg atemberaubend. Die Romanze wird behutsam in die Gangsterstory eingebettet und stört keineswegs den Handlungsverlauf, sondern erweitert die Geschichte noch um eine weitere glaubwürdige Dimension. Das Ende ist voller Zerrissenheit und Realismus. Es gibt niemals den leichten Weg glücklicherweise auch nicht in diesem Hollywoodfilm, obwohl Hollywood gerne eine leichte Antwort als Lösung auf ein Problem parat hat. Thrillerfans haben derzeit einen absoluten Pflichttermin im Kino.

10/10



Eat Pray Love

Lockerleichter Selbstfindungstrip, der in den Gedanken der Zuschauer den einen oder anderen Gedankenanstoß erzeugen wird. Dennoch bleibt die Geschichte im weitesten Sinne auf der Oberfläche, was dem Unterhaltungsfaktor nicht schadet. Die Glaubwürdigkeit ist anfangs etwas fragwürdig, da die Figureneinführung recht simpel ausfällt und Julia Roberts somit eher ein Luxusproblem zu haben scheint.

Die Aufnahmen in Italien, Indien und auf Bali sind traumhaft schön gelungen und die Darsteller machen durch die Bank einen soliden Job. Das eigene Leben wird danach niemand umkrempeln, aber sich in diversen Alltagssituationen vielleicht hin und wieder an die weise vorgetragenen Lebensweißheiten zurückerinnern.

7/10

... link (0 Kommentare)   ... comment


Freitag, 24. September 2010
The American + Kurzkritik: Verrückt nach dir



Der Film beginnt aufregend. Mitten im verschneiten Schweden muss Jack (George Clooney) sein Privatleben opfern. Er wird von einem Killerkommando aufgespürt und um zukünftig unerkannt zu bleiben, muss er seine Liaison ebenfalls erschießen, sein eigenes Leben geht nun mal vor. Daher entscheidet er sich auch aus dem Killerbusiness auszusteigen, was bekanntermaßen schwerer ist als gedacht. Ja, dem Anfang zufolge erwartet den Zuschauer ein subtiler Thriller, eben, dem Anfang zufolge.

Kaum wechselt der Schauplatz nach Italien entwickelt sich der Film zum beinahe stummen Außenseiterstudie. Habt ein Herz für die Auftragsmörder, sie sind doch einsam. Diese Einsamkeit wird von Regisseur Anton Corbijn regelrecht ausgeschlachtet. Die Kamera fährt zweifelsohne traumhafte Bilder ein, unterstützt das elegische Treiben aber auch noch durch die eigene Immobilität. Ein Großteil des Films besteht aus Standbilder, die absolut gegensätzlich zu den heutigen Sehgewohnheiten steht. Die gesamten Dialoge passen auf eine Hand voll Bierdeckel, die neue Romanze will nicht so recht fruchten und der Funke springt einfach nicht über. Außerdem erhält der Zuschauer zu keiner Sekunde einen Zugang zum Protagonisten und vereinsamt stetig selbst im Kinositz. Zu distanziert, zu kalt und zu ausdruckslos scheint der frustrierte Jack zu sein. Schauspielerisch ist das alles sehr ansehnlich, ein Thriller, der nur zu Beginn und ganz zum Schluss Spannung aufkeimen lässt, kann nicht auf ganzer Linie überzeugen.

Das Thriller-Romanzen-Drama ist einige Nuancen zu sperrig geworden und wirkt daher trotz durchschnittlicher Spiellänge (105 Minuten) viel zu lang. Ein Kurzfilm hätte die Thematik mit Sicherheit besser auf den Punkt gebracht und das Sitzfleisch weniger gefordert. Der Film ist wahrlich nicht schlecht, verschenkt aber großes Potenzial, welches beinahe an jeder Ecke hervorzuschauen versucht.

6/10

Verrückt nach dir

Nette Romanze, die leider intime Momente mit Brachialkomik aufzulockern versucht. Dabei ist der Film den Beweis, nicht komplett konventionell zu sein, gar nicht schuldig. Der wird durch das herrlich lockere Spiel der beiden Hauptakteure (Drew Barrymore und Justin Long) ständig erbracht. Das dennoch notwendige Happy End wird daher in der Schlussszene dank eines wirklich schwachen und niveaulosen Gags komplett zerstört.

6/10

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 20. September 2010
Resident Evil - Afterlife 3-D



Nein, ein filmisches Meisterwerk konnte einfach niemand erwarten und somit ist auch keines dabei herausgekommen. Auch die Geschichte wurde schon 100-fach erzählt und der Verlauf ist quasi identisch mit allen anderen Filmen der Reihe bzw. des Genres. Virus, Zombies und am Ende sind nur noch eine Hand voll der anfangs vorgestellten Charaktäre übrig. Hier also: nichts Neues!
Das Drehbuch wartet allgemein mit keiner einzigen Überraschung auf. So sind auch die Dialoge teilweise wirklich peinlich schlecht und bestehen zum Großteil aus Platitüden.
Wieso zum Teufel sollte man den Film dennoch sehen?

Ganz ehrlich: Es ist zu 100% die technische Komponente, die den Film tatsächlich sehenswert machen. Trotz vielfacher Wiederholungen einiger Ideen, ist der FIlm ein visueller Augenschmauß, bei dem die 3Euro 3-D Aufschlag absolut lohnenswert sind. Die Effekte knallen um den Zuschauer und an einer Stelle will man sich tatsächlich das Blut von der Brille wischen. So spektakulär wurde bislang kein 3-D Film inszeniert. Viel mehr bleibt tatsächlich nicht zu sagen, denn inhaltlich ist der Film nahezu leer, quasi vollständig vakuumisiert. Wer Augenfutter mag, wird den Film lieben, sofern das Hirn komplett auf Stand-by geschaltet werden kann.

5/10

... link (2 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 2. September 2010
Mary & Max plus Kurzkritiken



Eine Freundschaft kann es in vielen Facetten geben. Eine besonders ungewöhnliche Freundschaft verbindet Mary und Max, die durch einen Altersunterschied von über 30 Jahren und einer Entfernung von mehreren tausend Kilometer getrennt sind. Persönlich sind sie sich nie begegnet, sondern führen durch einen Zufall eine Brieffreundschaft, die über viele Jahre bestehen bleibt. Diese Ausgangsituation klingt nicht sonderlich außergewöhnlich, der Film ist es dennoch.

Es handelt sich um ein Stop-Motion-Animationsfilm der besonderen Sorte. Denn hier wird nochmals unterstrichen, dass ein Animationsfilm keineswegs ein Kinderfilm darstellt. Der Film ist für Kinder viel zu düster und auch zu problemlastig. Beide Protagonisten haben ihre jeweiligen Schicksale, die teilweise miteinander verknüpft zu sein scheinen. Gemeinsam lassen sich einige Probleme lösen ohne vor Ort zu sein, manchmal reicht das bloße zuhören bzw. lesen des Briefes. Die Stimmung ist durchweg traurig – zu tragisch sind die beiden Schicksale. Jedoch schafft Regisseur Adam Elliot dank pechschwarzem Humor immer wieder die Situation aufzulockern, teilweise mit sehr drastischen Maßnahmen (Themen wie Alkoholismus, Suizidgedanken, Schönheitsoperationen und diverse andere Krankheiten werden binnen 80 Minuten abgehandelt).

Das Szenenbild ist durchweg düster, Marys Welt ist in braunen Farben ausgestattet, dagegen ist die Welt von Max durchweg grau. Nur selten wird diese Atmosphäre durch dezenten Farbeinsatz aufgebrochen, wie auch die allgemeine Erzählung der Geschichte. Drei Viertel der Geschichte werden vom Erzähler begleitet, Dialoge sind durch die Brieffreundschaft kaum vorhanden, was weitaus sperriger klingt, als es ist. Die Erzählstimme ist derart gut gewählt und die liebevollen Animationen versprühen ihren eigenen Charme, sodass die Erzählweise sogar sehr angenehm auffällt.

Nur weil ein Film düster, pessimistisch und unerfreulich ist, muss man noch lange nicht betrübt den Kinosaal verlassen. Durch dezent eingestreute Hoffnungsschimmer verliert auch der Zuschauer nie die Hoffnung auf ein besseres Leben der beiden Freunde. Und am Ende siegt die Freundschaft über alles, natürlich auch hier unkonventionell.

8/10


Step up 3D – 6/10
Unnötig klischeehafte Story im gewohnten Hip Hop Soundgewand, mit teilweise spektakulären Tanzszenen. Besonders positiv: der 3-D-Effekt fällt hier endlich mal wieder deutlich ins Gewicht!

The Expendables 7/10
Harter Actionstreifen, der sich gar nicht so bierernst nimmt. Letztlich ist die Ankündigung des „besten Actioncasts“ eine Werbefinte. Arnold Schwarzenegger, Bruce Willis, Mickey Rourke und gar Dolph Lundgren spielen eine enorm untergeordnete Rolle und dienen mehr als Namedropping.

Salt 7/10
Geradliniger Actionstreifen, der im Trailer mehr „Agentenfilm“ suggeriert, als er wirklich ist. Die Story ist eben doch nebensächlich, hauptsache es knallt und Angelina sieht dabei gut aus. Kann mann, muss man nicht sehen!

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 16. August 2010
Das A-Team - der Film


Und die nächste Verfilmung einer kultigen Fernsehserie steht auf dem Programm der Lichtspielhäuser im Lande. Bislang hat sich eine Filmumsetzung qualitativ selten gelohnt und auch in diesem Falle ist die Verfilmung besonders eins, nämlich überflüssig!
Der Cast rund um Liam Neeson kann sich dabei eigentlich wirklich sehen lassen und mit Jessica Biel und Bradley Cooper spielen für jeden Geschmack auch zwei Leckerbissen der aktuellen Schauspielriege Hollywoods eine bedeutende Rolle.

Nachdem das A-Team bei einem Einsatz rund um US-Dollar-Druckplatten im Irak in eine Falle geraten ist, wird jeder der Mitglieder unehrenhaft entlassen und zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt. Hannibal und Co. wollen ihre Unschuld beweisen, ihren Namen damit reinwaschen und brechen natürlich total gewitzt aus der jeweiligen Gefängnisanstalt aus. Auf der Suche nach den Druckplatten decken sie einen Komplott auf, der über die Militärgrenzen hinaus seine Konsequenzen ziehen wird.

Die Schauspieler hatten ganz offensichtlich viel Spaß beim Dreh gehabt und somit überträgt sich häufig eine Leichtigkeit auch auf den Zuschauer. Leider sind einige Szenen wirklich dumm (über den Kölner Dom am Frankfurter Flughafen wird großzügig hinweggesehen), teilweise maßlos überzogen (das bezieht sich nicht auf die Action-Szenen – da war es klar, dass einiges völlig übertrieben wird) und bierernst inszeniert, sodass der Spaß deutlich getrübt wird. Das Grundkonzept „Wir nehmen nicht alles so ernst“ hätte da durchaus besser funktioniert und dem Zuschauer auch die „Gandhi-Zitat-Szene“ erspart. Die Spezialeffekte lassen zum größten Teil auch zu wünschen übrig und können keineswegs überzeugen. Viel zu schlampig wurden die Effekte in das Endbild integriert. Das Fehlen einer Story wäre absolut egal, wenn man eine vorhandene Story nicht suggerieren würde, nur um am Ende festzustellen, dass zu keiner Zeit derartige vorhanden war. Schade eigentlich, denn der Cast hatte seinen Charme.

Überflüssig und unnötig, obwohl großes Unterhaltungspotenzial eigentlich gegeben war. Doch Regisseur Joe Carnahan gelingt es nicht die notwendige Leichtigkeit über den gesamten Film zu versprühen. Daher ist „Das A-Team“ ein unausgegorener Action-Comedy-Mix, der 120 Minuten nicht so recht weiß, was er will und wo es hingehen soll.

5/10

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 8. August 2010
Renn, wenn du kannst


Es ist eine dieser kleinen, fast schon winzigen Produktionen, die am Ende größeres Kino darstellen, als es den meisten aufgeblasenen Big Budget Filmen je gelingen wird. Dabei klingt die Dreiecksgeschichte auf den ersten Blick gar nicht so innovativ und frisch, wie sich der Film am Ende herausstellt. Ein Rollstuhlfahrer mit unbekannter Vorgeschichte (Ben) und sein Zivi (Christian) sind an der gleichen Frau (Annika) interessiert.

Regisseur Brüggeman verzichtet dankenswerterweise auf Mitleid, was mit der Figur Bens schon zusammenhängt. Es handelt sich nicht um einen charismatischen Sympathiebolzen, sondern um einen kratzbürstigen Mitzwanziger mit scharfer Zunge, der mit den Hürden seiner Querschnittlähmung zu Recht kommen muss. Aufgrund seiner (im Film sehr lange geheim gehaltenen) Vorgeschichte ist Ben zu den Menschen, die Zuneigung oder Liebe für ihn empfinden, besonders abweisend und hart. Hat er noch nie Liebe erfahren oder liegen tiefschürfende Ereignisse in der Vergangenheit, die sein kühles und rationales Verhalten begründen?! Mit dieser Frage setzt sich der Film auseinander und zeigt die Entwicklung eines Menschens, der lernen muss anderen zu vertrauen und seine Behinderung nicht ausschließlich als Ausschluss aus dem gesellschaftlichen Leben zu sehen.

Die Dialoge sind geschliffen scharf, die Darsteller brillieren trotz geringer Erfahrung und erschaffen das beste 3-er Dreamteam auf der Leinwand im Jahre 2010. Dank der eher unbekannten Schauspieler sind die Gesichter noch nicht in das Hirn des Zuschauers eingebrannt, was die Authentizität der Figuren deutlich erhöht. Die Geschichte scheint wahr zu sein und unterbewusst stellt man kaum fest, dass man in einem Kinofilm sitzt. Es gelingt den Machern eine flotte, unterhaltsame und dennoch ganz und gar nicht oberflächliche Geschichte zu zaubern, die lange noch nachhallen wird.

Freundschaft und Liebe können oft nah beieinander stehen, weil sie sich in Ihrer Grundstruktur nun mal ähneln. Das Vertrauen in Menschen macht es sogar möglich, alte Wunden vielleicht nicht komplett verheilen zu lassen, aber es lässt sich wahrscheinlich besser mit leben. Und dennoch bleibt am Ende die Gewissheit, dass bei jungen Menschen, die ihre persönliche und berufliche Entwicklung noch nicht abgeschlossen haben, ein dauerhaftes Zusammensein selten machbar ist, sofern man nicht ewig zu dritt auf dem Balkon sitzen bleibt.

9/10

... link (0 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 3. August 2010
Knight and Day


Neben derzeit höchst anspruchsvoller Kinokost (INCEPTION) finden sich auch immer Sommerblockbuster im Kino wieder, die vollkommen sinnentleert für Unterhaltung sorgen sollen. KNIGHT AND DAY ist für den regelmäßigen Kinogänger genau diese Art von Film, bei der das Hirn einfach mal ausgeschaltet bleiben kann, um sich zu erholen und vom Alltag zu entfernen. Während die Erwartungshaltung bei grundsätzlich guten Filmen zu Enttäuschungen führen kann, hält KNIGHT AND DAY den zugegebenermaßen niedrigen Erwartungen ohne Probleme stand.

Cameron Diaz spielt die verschrobene June, Tom Cruise den durchgedrehten Geheimagenten Roy, der laut Geheimdienst die Kontrolle über sich verloren hat und eine neuartige Energiequelle zu stehlen versucht. Bis zur Auflösung wird der Zuschauer ein paar Male in die Irre geführt und umschifft dabei ein paar Storywendungen. Während dieser knapp 2 Stunden wird die halbe Welt bereist, unsinniges Zeug erzählt und teilweise etwas übermotiviert in der Gegend herum geschossen. Letztendlich bietet der Film damit keinerlei Innovationen und prinzipiell braucht ihn daher kein Mensch, aber der Film macht einfach Spaß, tierrisch viel Spaß.

Cameron Diaz und Tom Cruise harmonieren perfekt, auch wenn es zwischen den beiden Altstars nicht sonderlich knistert. Es muss nicht immer die große Liebesgeschichte sein, sondern ein inniges „Kumpel-sein“ funktioniert in diesem Fall weitaus besser, sodass die Tatsache der fehlenden Liebe keineswegs stört. Denn insbesondere Cruise spielt mit einer Selbstironie, als würde sein Leben davon abhängen sich von seinem Actionstar- (oder Scientologen-)Image zu lösen. Wie schon in TROPIC THUNDER offenbart er dabei komödiantisches Talent – so möchte man ihn eigentlich viel öfters sehen – auf höchstem Niveau. Die Spezialeffekte spielen dagegen in einer Liga darunter und können nicht durchweg überzeugen. Zu häufig wirken die Szenen nicht exakt genug verarbeitet und wirken etwas verschwommen. Im Jahre 2010 sollten Probleme dieser Art bei Hochglanzproduktionen nicht vorkommen.

Der Spaß steht im Vordergrund und davon bekommt man reichlich, auch wenn der Großteil des Films danach recht schnell vergessen sein wird. Lässiger hat noch niemand seine Sonnenbrille bei einer Verfolgungsjagd gereicht bekommen.

8/10

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 2. August 2010
Toy Story 3


Es ist kaum vorstellbar, dass Pixar bislang erst zehn Filme veröffentlicht hat. Zu hoch die Qualitätsdichte der Filme, sodass man spontan jeden einzelnen aufzählen kann und das Gefühl nicht los wird, einige Filme vergessen zu haben. Nein, es waren tatsächlich nur diese zehn Stück. Nun gesellt sich der elfte Film dazu und stellt damit das Ende der bisher einzigen Filmreihe von Pixar (in den kommenden Jahren erhalten einige Filme eine Fortsetzung) dar. Toy Story 3 erscheint elf Jahre nach dem großartigen zweiten Teil und manifestiert die Theorie von Pixars Unmöglichkeit jemals einen schlechten Film zu drehen. Selbst mit der zweiten Fortsetzung gelingt es dieses Kunststück aufrecht zu erhalten, denn Pixar dreht nur eine Fortsetzung, wenn die Geschichte stimmt und eine Weitererzählung Sinn macht. Die genialen Details und Einfälle ließen sich sonst nicht anders erklären.

Woody, Buzz und Co. sind am Ende ihrer Tage angekommen, denn ihr Besitzer Andy kommt aufs College und benötigt dementsprechend kein Spielzeug mehr. Aufgrund einer Reihe von Missverständnissen findet sich die Truppe im Kindergarten „Sunnyside“ wieder. Die Freude wieder spielen zu können, verstummt jedoch sehr schnell. Zum einen spielt die Zerstörungsgewalt der Kleinkinder dem Spielzeug übel mit, zum anderen herrscht der pinke Erdbeerbär Lotso über die Räumlichkeiten von Sunnyside, sobald der Kindergarten seine Tore schließt. Selbstverständlich plant Woody bereits den Ausbruch und benötigt dafür dieses Mal wirklich große Nervenstärke. Die ist auch wirklich nötig, denn insbesondere in der zweiten Hälfte ist der Film an einigen Stellen erstaunlich düster geworden.

Hunderte verrückte Einfälle, Gags im Sekundentakt, selbstverliebte Details an jeder Ecke, eine Vielzahl an neuen Spielzeughelden gepaart mit einem Flashback in die Kindheit zurück machen den dritten Teil der Spielzeugsaga zu einem absoluten Kinohighlight des Jahres 2010, dessen Sichtung aber problemlos in 2-D ausreicht. Der räumliche Effekt rechtfertigt den Zuschlag nur bedingt; der Weg ins Kino dagegen lohnt bereits nach dem Ende des abermals genialen Kurzfilmes, der wie gewohnt vor dem Hauptfilm gezeigt wird.

Pixar erschafft Kinomagie und lässt auch Erwachsene mit glühenden Augen den Kinosaal verlassen. Während der gesamten Spielzeit will man zurück in seine Kindheit und die tollen Dinge erleben, die im restlichen Leben manchmal zu sehr verloren gehen. Mit Abschluss des Films und der gesamten Reihe schließt man selbst in gewisser Art mit seiner Kindheit ab. Solange man sich die Freude bei Toy Story jedoch nicht nehmen lässt, steckt in Jedem von uns noch genug Kind, um der grauen Welt hin und wieder zu entfliehen. Und für die Tage, bei denen die Flucht nicht gelingt, haben wir die Jungs und Mädels von Pixar. Die schaffen es jedes Mal!

10/10

... link (0 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 29. Juli 2010
Inception


Bei Filmen wie INCEPTION können Kritiker beweisen, welche journalistische Qualität in ihnen steckt. Überinterpretationen, komplexe Satzkonstruktionen und ein Höchstmaß an kritischen Beäugungen sind die Folge. Ja, hier will der Kritiker zeigen, was er drauf hat und splittet das Filmereignis in rationale Erklärungen auf, anstatt sich primär auf die Emotionen zu verlassen, die das Werk verursacht. Diese Betrachtung lässt den Leser/Zuschauer oftmals als Dummkopf aus einem Film laufen und zwar nur, weil er diese übertriebene und häufig kleinkarierte Darstellung nicht teilt. Wenn der Rezensent dieser Kritik dieses Vergehen nicht begehen will, was will er dann?! Grundsätzlich entweder einen Film empfehlen oder von diesem abraten.

Die Handlung von INCEPTION ist bereits bekannt und wurde in den Medien breit getreten mit der Betonung so wenig wie möglich über die Geschichte erzählen zu wollen. Dabei wird der gesamte Hauptplot verraten und der genügt auch, um Interesse an der Story zu bekommen. Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) wird beauftragt mithilfe des Traumsharings (gemeinsames Träumen) eine Idee in das Unterbewusstsein des Erben Robert Fisher zu pflanzen. Dazu wird die Realität verlassen und Parallelwelten entworfen bis weder die Protagonisten noch die Zuschauer wissen, was wirklich real passiert und was eben nicht.

Rein handwerklich gibt es rein gar nichts zu kritisieren. Die Schauspieler agieren allesamt auf höchstem Niveau (Leonardo DiCaprio erinnert gar ein wenig an seine letzte Rolle in SHUTTER ISLAND – der Mann hat jetzt definitiv den Oscar verdient), die Spezialeffekte sind außergewöhnlich und die Kameraarbeit von Wally Pfister ist brillant. Das Drehbuch scheint ebenfalls perfekt zu sein, was damit einen großartigen Film ergeben würde. Das Kuriose ist jedoch: Das Drehbuch „scheint“ (!!!) perfekt zu sein. Es spielt keine Rolle wie aufmerksam der Zuschauer den Film verfolgt oder wie intelligent der Zuschauer sein mag – die Komplexität der Geschichte, die auf vielen verschiedenen Ebenen arbeitet, ist bei einmaliger Sichtung nicht zu greifen und komplett in allen Details zu verstehen. D.h. Christopher Nolan ist etwas gelungen, was sich eigentlich jedes Hollywoodstudio wünscht. Man MUSS diesen Film mindestens ein zweites Mal sehen, um das Gesamtwerk beurteilen zu können.

Der Zuschauer wird dazu nicht gezwungen, sondern aufgrund der hohen filmischen Qualität wird er es liebend gern und freiwillig tun. Auch dieser Rezensent wird erst in der kommende Woche erfahren, wie das Gesamtkonstrukt des Films tatsächlich aufgebaut ist. Ja, den Film sollte man nur anschauen, wenn man bereit ist seinen Verstand zu benutzen und eben nicht aufs bloße „Abschalten“ beim Kinobesuch setzt. Popcorn ist damit, wie auch das Schwatzen mit dem Nachbarn, strengstens untersagt.

Ach und falls DIR jemand begegnet, der behauptet, er hätte den Film beim ersten Mal vollständig verstanden, sei gewarnt: Diese Person macht sich nur wichtig (und hat ihn vielleicht schon ein zweites Mal gesehen). Man sollte, nein muss man den Film in jedem Fall anschauen!

(Vorerst ) 9/10

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 26. Juli 2010
Moon (+ Predators & Eclipse)


Beinahe unendliche Energieressourcen, ohne den CO2 Ausstoß in die Atmosphäre, spielt in der fernen Zukunft keine Rolle mehr. Durch technischen Fortschritt ist es möglich geworden, in Mondgestein gespeicherte Sonnenenergie freizusetzen und zu nutzen. Der Abbau findet auf dem Mond fast voll automatisch statt, aber eben nur fast. Eine menschliche Kontrollinstanz ist von Nöten. Sam (herausragend gespielt von Sam Rockwell) ist seit beinahe drei Jahren auf der Mondstation und kontrolliert den Abbau, greift bei mechanischen Problemen ein und steht gleichzeitig mit der Erde und dem Auftraggeber Lunar in Kontakt. Der einzige Begleiter und damit auch Gesprächspartner ist der Bordcomputer Gertie (gesprochen von Kevin Spacey bzw. dessen Synchronstimme). Bei einem Routineeinsatz kurz vor seiner Abreise zurück zur Erde außerhalb des Komplexes glaubt Sam einen weiteren Menschen auf dem Mond entdeckt zu haben. In diesem Moment passiert ein Unfall und Sam wacht auf der Krankenstation wieder auf. Der Beginn eines beklemmenden Plots und einem genial gestrickten Film, denn Sam wird einiges entdecken.

Die Filmidee ist absolut wagemutig. Der Zuschauer sieht quasi nonstop lediglich einen einzigen Schauspieler. Wer hier jedoch Langeweile erwartet, liegt definitiv falsch. Die Stimmung des gesamten Films ist absolut beklemmend und dadurch unglaublich faszinierend. Selbst Dialoge zwischen Sam und dem Bordcomputer sind authentisch und exakt aufeinander abgestimmt. Der heimliche Star des Films ist dabei die ausgeklügelte Geschichte, die anfangs schwer zu durchschauen ist, aber von Beginn an konsequent und durchgängig kompromisslos erzählt wird. Darsteller Sam Rockwell brilliert auf ganzer Linie und spielt die Rolle seines Lebens in diesem Psycho-Sci-Fi-Thriller. Mehr darf zu diesem Film nicht gesagt werden, da sonst viel zu viel verraten wird und somit die Spannung genommen werden könnte.

Trotz geringem Budget liefert Regisseur Jones hochwertige Bilder, streut tolle Ideen ein und setzt damit ein absolutes Science Fiction Highlight der letzten Jahre, welches vielerlei Interpretationsmöglichkeiten offen lässt. So auch die Frage, wie hoch der Preis für menschlichen Luxus sein darf, kann und will MOON nicht beantworten. Klar, denn gute Filme geben Antworten, sehr gute Werke stellen Fragen!

9/10


Predators 7/10
Blutig, geradlinig, stereotyp! Drei Eigenschaften zum sehr stimmungsvollen Actionreißer, der das Grundkonzept des Originalfilms übernimmt und eine neue Geschichte herumstrickt. Die Schauspieler agieren auf einem guten Niveau und ermöglichen gute Unterhaltung ohne Strapazierung der Synapsen.

Eclipse 2/10
Weiterhin peinliche Filmreihe, dessen schwülstige und spießbürgerlich konversative Liebesgeschichte nur noch von den miesen Spezialeffekten unterboten wird. Drehbuch- und Logikfehler reihen sich aneinander und ersticken jedes mögliche Sehvernügen im Keim.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 6. Juli 2010
Pippa Lee


Neben der immer stärker werdenden WM-Euphorie vergisst man schnell, dass jeden Donnerstag neue Filme in den Kinos anlaufen. Aufgrund des Wetters und dem extrem starken Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft sparen sich die meisten Menschen jedoch ihren Besuch, was aufgrund kleiner Filmperlen, wie dieser, ein großer Fehler ist.

Pippa Lee ist die Romanverfilmung des Bestsellers von Rebecca Miller, die auch das Drehbuch schrieb und selbst Regie führte. Damit ist bereits vor der ersten Minute eines klar: Der Film wird exakt so umgesetzt worden sein, wie die Autorin es sich vorgestellt hat. Ein seltener Glücksfall, der dem Film natürlich sehr gut tut. Die Geschichte über die Verlegerfrau gehört mit Sicherheit nicht zu den spektakulärsten Erlebnissen, die das Kino hervorgebracht hat. Dennoch ergeben sich einige große Momente, die aus der semi-tragischen Geschichte von Pippa Lee entspringen.
Das Leben von Pippa könnte eigentlich nicht besser sein. Sie hat zwei Kinder, die auf dem Weg sind erfolgreiche Persönlichkeiten zu werden. Das Haus ist elegant eingerichtet und auch sonst fehlt es der 50jährigen an nichts. Sie führt jedoch kein absolut glückliches Leben. Ihre Tochter verachtet die Protagonistin, eine wirkliche Aufgabe hat Pippa nicht und ihr Mann ist knapp 30 Jahre älter als sie selbst, sodass jede Blutdruckmessung und der übertriebene Gesundheitswahn von Pippa die Beziehung belastet. Klar ist, ihr Ehemann Herb befindet sich in einer anderen Lebensphase und nun leben die Beiden sogar noch in einem Seniorenviertel. Ja, es gibt genug Gründe in eine Lebenskrise zu geraten. Nein, es handelt sich dabei nicht um einen Film aus der Upper Class mit Luxusproblemen, um die jeder Normalsterbliche neidisch wäre. Im Gegenteil!

Durch den grandiosen Erzählwechsel vermischt sich die Vergangenheit immer wieder mit der Gegenwart und mithilfe von simplen Schnittspielereien werden die Parallelen zur Kindheit/Jugend immer wieder deutlich gemacht. In der Mitte des Films wendet sich das Gefühl des Neides zwar nicht in Richtung Mitleid, aber dieses Leben möchte der Zuschauer zum größten Teil dennoch nicht gelebt haben. Der hoffnungsvolle Blick auf eine Aufgabe, auf einen eigenen Platz im Leben macht aber auch im etwas höheren Alter nicht halt. Die Möglichkeit sich zu ändern und sein Lebensumfeld neu zu gestalten, bleibt niemals aus. Mit dieser gut gemeinten und umgesetzten Botschaft verlässt man zufrieden den Saal.

Der Film lebt von den herausragenden Leistungen der Darsteller, allen voran die zauberhafte Robin Wright Penn, die ihrer Figur Würde und Stil verleiht. Der übrige Cast mit Alan Arkin, Maria Bello, Keanu Reeves, Juilianne Moore, Monica Bellucci und Newcomerin Blake Lively brilliert und machen aus der recht zusammenhanglos erzählten Geschichte großartiges Schauspielkino, bei dem regelmäßig ganz feiner Humor aufblitzt – alles Zutaten, die einen gelungenen Kinoabend in einer lauen Sommernacht schmackhaft machen.

8/10

... link (0 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 1. Juli 2010
Für immer Shrek


Es ist der definitiv letzte Teil einer extrem erfolgreichen Filmserie. Eine mutige Ankündigung seitens Dreamworks, wenn man doch bedenkt, dass es sich um ihr erfolgreichstes Franchise handelt. Dennoch behalten die Verantwortlichen Recht. Irgendwann muss einfach mal Schluss sein, insbesondere wenn der Vorgänger qualitativ so sehr enttäuschte.

Shrek hat in den letzten drei Episoden eine Prinzessin für sich erobern können und mehrere Male ein ganzes Königreich gerettet. Nun ist es an der Zeit sich selbst zu retten. Der Alltagstrott hat den dreifachen Familienvater eingeholt und Shrek wünscht sich sein altes Leben bloß für einen Tag zurück. Rumpelstilzchen ist für seine miesen Verträge bekannt und auch Shrek fällt auf hin herein. Nicht nur das Königreich hat Shrek verloren, sondern auch seine Frau Fiona, die er nun an einem einzigen Tag davon überzeugen muss, dass er ihre große Liebe ist. Der Haken an dem Vertrag ist: Shrek hat nie existiert und daher wird er von niemandem in „Weit-Weit-Weg“ erkannt.
Das alles klingt nach einer neuen Story, letztlich wärmt Dreamworks den „Liebeskuss“ aus Teil 1 neu auf und dreht dabei alles einmal im Kreis.

Den satirischen Biss aus den ersten beiden Teilen kann auch der vierte Teil nicht mehr erreichen. Die Botschaft ist dafür viel zu weichgespült und auch in den Zwischentönen werden vielmehr konservative Disney-Botschaften vermittelt, die ein Loblied auf die Familie und die Liebe singen. Diese Entwicklung schmerzt ein wenig, denn insbesondere die ersten beiden Shrek-Filme konnten auf diese Art dem typischen Familienfilm eine neue Note hinzufügen. Dennoch ist der Film unterhaltsam und flott inszeniert worden, was das kleine Desaster des dritten Teils fast schon vergessen lässt. Die bekannten Figuren haben ihre großen Momente, wirken aber leider oft zu bemüht und teils lieblos in Szene gesetzt. Dabei hätte doch die neue 3-D-Technik für gewitzte Momente weitaus intensiver eingesetzt werden können. Diese bleibt unnötig und füllt lediglich die Kinokassen.

Der Film ist solide und eine klare Qualitätssteigerung gegenüber dem dritten Teil. Ein Highlight sieht dennoch ganz anders aus. Dreamworks hat es geschafft, dass man nicht allzu traurig das Ende der Serie betrachtet. So hat dieser unterhaltsame, aber etwas substanzlose Film am Ende doch noch eine Daseinsberechtigung.

5/10

... link (0 Kommentare)   ... comment


Samstag, 26. Juni 2010
Splice


Es ist ein illegales medizinisches Experiment. Menschliche DNA wird mit den Genen sämtlicher Lebensformen gekreuzt, um als Gen- und Enzymersatzteillager zu dienen. Nach der Erschaffung empfinden die beiden Wissenschaftler Zuneigung für das Wesen, was ihnen bald zum Verhängnis werden soll.

In etwa so könnte die vierzeilige Pressemitteilung des Verleihs ausgesehen haben, um den Film SPLICE zu vermarkten. Dazu werden ein paar Trailer geschaltet, die einen beklemmenden Medizin-Horrorthriller suggerieren und schon fühlt sich die Zielgruppe angesprochen. Dabei steckt hinter diesem Film die größte Mogelpackung seit einigen Jahren, denn von Spannung oder gar Horror fehlt hier jede Spur. Das zu Beginn eingeleitete Konzept wird gebrochen, die Krankenhausräumlichkeiten werden verlassen und ein Pseudo-Medizin-Drama soll sich entfalten. Dumm nur, dass die Charaktere für ein Drama viel zu oberflächlich eingeführt worden sind. Plakative Figurenzeichnung in den ersten zehn Minuten reicht für einen Horrorfilm meistens aus, nicht aber für eine Geschichte, die selbst den Anspruch hat, besonders tiefschürfend zu sein. Oh ja, der Film nimmt sich selbst verdammt ernst.

Plötzlich wird sich um ein erschaffenes Wesen gekümmert, dessen Eigenschaften sich von Minute zu Minute widersprechen, um letztendlich als „ständige Veränderung“ erklärt zu werden (Das Wesen wird anfangs gerettet, weil es nur unter Wasser atmen kann – nach einem Schnitt interessiert diese Erkenntnis niemanden mehr). Das unterstreicht das hanebüchene Drehbuch, welches weder eine schlüssige Geschichte, noch überzeugende Protagonisten hervorbringt. Im Gegenteil: Der Fremdschamfaktor in diesem unglaublich langweiligen Film steigert sich von Minute zu Minute ins Unermessliche und gipfelt in zwei grenzdebilen Sexszenen, die (das beweist das Ende) nicht nur ernst gemeint, sondern fester und wichtiger Bestandteil der Story sind.

Eigentlich ist jedes weitere Wort verlorene Lebensmühe, denn die Sichtung des Films gehört schon in die Kategorie „Verschwendung meiner Zeit“. Wenn der Film wenigstens flott inszeniert wäre, könnte man immerhin noch einen gewissen Unterhaltungsfaktor erkennen. Hier bleibt jedoch nur eine platte Öko-Botschaft, die in der Filmwirtschaft schon gefühlte 100 Male besser umgesetzt worden ist. Jaja, wir Menschen sollten nicht Gott spielen. Gereizt, völlig verärgert und fast schon wütend verlässt man den Saal. Der Stolz, einen der schlechtesten Filme aller Zeiten im Kino gesehen zu haben, stellt sich möglicherweise in ein paar Tagen ein.

1/10

... link (0 Kommentare)   ... comment


Samstag, 19. Juni 2010
Nightmare on Elm Street


Horrorfilme leiden meist an der Vorhersehbarkeit und den abgenudelten Story-Klischees. Wirkliche Innovationen oder ansatzweise neue Ideen findet man selten, beinahe nie. Dennoch wird jetzt die fast schon legendäre Freddy Kruger Saga wieder belebt und zwar mit einem Remake des Original-Films. Es ist nicht bloß ein Remake, sondern faktisch eine exakte Neuverfilmung mit neuen Darstellern.

An diesem Vorgehen ist eigentlich nichts auszusetzen, denn für die neu herangewachsene Kinogeneration ist eine modernisierte Version zeitgemäßer und damit reizvoller. Die Story ist schnell auf den Punkt gebracht. In einer US-amerikanischen Kleinstadt erlebt eine Zahl von Teenagern Alpträume, die so real sind, dass sie während des Schlafes ermordet werden. Der Mörder ist Freddy Kruger, der offenbar noch eine Rechnung mit den Jugendlichen offen hat. Soweit, so gut!

Obwohl der Film lediglich eine Modernisierung des Klassikers ist, macht er einiges falsch. Zum einen wird der begnadete Schauspieler Jackie Earle Haley absolut unterfordert und liefert dementsprechend ständig gleiche Posen und Gesichtsausdrücke. Mehr wurde offensichtlich nicht verlangt. Zum anderen ist die Umsetzung der modernen Elemente völlig missraten. In Zeiten von Google und Mobiltelefonie (beides wird im Film nicht selten benutzt) ist eine ungewisse Suche nach einem alten Schulgebäude in der selben Stadt doch sehr unwahrscheinlich. Ein weiterer Klick in die Suchmaschine hätte sicherlich geholfen. Ein weiteres Problem ist die Maske von Freddy, die völlig künstlich und damit unglaubwürdig erscheint. Aus gruselig wird unfreiwillig komisch.
Die Dramaturgie lebt sowieso nur von den inflationär eingestreuten Schockeffekten, die aufgrund der Lautstärke den Zuschauer im Sitz hochschrecken lassen. Grusel, Angst oder Mitleid mit den Protagonisten setzt dagegen nicht ein. Für einen Horrorfilm ein enorm schlechtes Urteil.

Das ist besonders schade, da die Szenerie unglaublich gut eingefangen worden ist und die technischen Weiterentwicklungen effektiv in den Film eingearbeitet worden sind. Das Set und die Spezialeffekte können überzeugen, hauchen dem Film aber leider keine (schwarze) Seele ein. So bleibt für kurze Zeit ein hoher Puls des Schreckens, nachhaltig schockiert der Film aber nur bis zum Kinoausgang und in diesem Moment läuft immer noch der Abspann.

4/10

... link (0 Kommentare)   ... comment